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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Onlinemagazin BallHupe.de
Christian Könitzer Offline

Admin


Beiträge: 73

20.05.2006 17:47
Der BVDM im NDR und in der Süddeutschen Zeitung antworten

Anlässlich der Fachtagung “Fahren mit Licht am Tag” der Deutschen Verkehrswacht am 12. Mai 2006 in Hannover konnte der BVDM im Norddeutschen Rundfunk und in der Süddeutschen Zeitung das Thema aus Sicht der Motorradfahrer beleuchten.

Mehr dazu unter:
http://www.ballhupe.de/tagfahrlicht.html

Boxer56 Offline




Beiträge: 9

20.05.2006 18:38
#2 RE: Der BVDM im NDR und in der Süddeutschen Zeitung antworten

Hallo Christian,

na, bist Du wieder gut nach Hause gekommen?

Ich habe hier auch noch einen Bericht:
http://www.pixades.de/news/tagfahrlicht-...diskutiert.html

Gruß aus dem schönen Niedersachsen
Boxer

Frank Tobien Offline



Beiträge: 15

20.05.2006 23:40
#3 RE: Der BVDM im NDR und in der Süddeutschen Zeitung antworten
Zunächst einen ausdrücklichen Dank an Christian, daß er hier mit großem persönlichen Einsatz, sachlich fundiert die Interessen der Motorradfahrerschaft und des BVDM derart Öffentlichkeits wirksam vertritt!
In der Tat soll es dem BVDM rund um das Thema TFL nur noch um Gefahrenabwehr und Risikominimierung für Motorradfahrer im Straßenverkehr gehen.
Es muß leider als Tatsache akzeptiert werden, daß spätestens ab 2009 eine unverhältnismäßig größere Benachteiligung und Gefährdung für Zweiradfahrer aufgrund einer europäisch obligatorischen Taglichtpflicht für sämtliche Kfz, bereits als beschlossen gilt.
Die wissenschaftliche Grundlage dieses Beschlusses bleibt ebenso strittig, wie die dafür verwendeten Argumente.

Zitat:"Auch wenn eventuell durch das Tagfahrlicht schwächere Verkehrsteilnehmer schlechter gesehen oder unterschieden werden können, so haben diese jedoch die Möglichkeit die Autos besser zu sehen und darauf zu reagieren. Dadurch steigt auch die Sicherheit für alle im Straßenverkehr."
Ein solches Fazit ist unsachlich, ja sogar zynisch. Hier wird der Verursacherhäufigkeit von Unfällen und dem besonderen Gefährdungspotential der sog. "stärkeren" Verkehrsteilnehmer gegenüber den sog. "Schwächeren" keinerlei Rechnung getragen!
Ergo: Wenn ein Fußgänger nun die Gewißheit hat, nun noch schlechter gesehen zu werden, dann muß ER eben eigenverantwortlich noch besser auf die beleuchteten Autos acht geben. Erklärt das mal euren Kindern selber, ich habe (noch) keine...
Zitat:"Als negativ kann gesehen werden, dass Verkehrsteilnehmer ohne Licht schlechter erkannt und Zweiräder schlechter unterschieden werden. [..] Allerdings stehe es nirgendwo geschrieben, dass man am Tag nicht mit Licht fahren dürfe, deshalb sei der Mischbetrieb bereits vorhanden, erklärte Zimmermann. Dadurch falle auch das Argument mit dem Mischbetrieb weg."
Hier wird verschwiegen, daß der heute bereits existierende Mischbetrieb von Kfz mit TFL schwerpunktmäßig verlagert wird. WEG von einer situativ angebracht handelnden Mehrheit verantwortungsbewusster Verkehrsteilnehmer (Tunnelquerung, Walddurchfahrten, Schlechtwetter-Situationen) HIN zu einer Minorität von notorischen "Lichtmuffeln" unter einem gesetzlich obligatem TFL. Hieraus ergeben sich völlig neue, bisher nicht untersuchte Gefährdungspotentiale für sämtliche Verkehrsteilnehmer!

TFL macht nur dann Sinn, wenn ausnahmslos ALLE oder nur WENIGE permanent damit fahren.
Bis dato ist juristisch noch ungeklärt, wie eine zukünftige Haftungsverteilung aussehen soll, wenn unter obligatorischem TFL ein Begegnungsunfall stattgefunden hat, bei dem ein Kraftfahrer ohne eigene TFL-Beleuchtung involviert war...
Ebenfalls ohne offizielle Antwort bleibt die Frage, wie der Wegfall des bis 2009 20 Jahre lang bewährten und sinnvollen Sicherheitsprivilegs für Motorradfahrer kompensiert werden soll.
Wohlgemerkt - TFL-Pflicht NUR für Motorradfahrer (und Rettungsfahrzeuge im Einsatz) wurde damals explizit deswegen eingeführt, um Nachteile für motorisierte Zweiradfahrer in der kognitiven Wahrnehmung durch andere Verkehrsteilnehmer, bedingt durch ihre schmale Silhouette aus frontaler Sicht, auszugleichen.
Bislang gibt es keine Entsprechung und keinen Vorschlag, der dieser vor knapp 20 Jahren festgestellten Benachteiligung von gut 2 Millionen Kradfahrern im Straßenverkehr Rechnung trägt!

Es soll unbestritten bleiben, daß TFL in seiner Gesamtheit geeignet erscheinen vermag, die Unfallopferzahlen "unter dem Strich" insgesamt zu senken. Einer schwach signifikant sinkenden Zahl der allgemeinen Unfallopferzahlen wird jedoch unfragbar eine spezifische (wenngleich quantitativ geringere) Erhöhung der Verkehrsopfer bei den unzweifelhaft benachteiligten "Risikogruppen" (Fußgänger, motorisierte und nicht-motorisierte Zweiradfahrer) gegenüber stehen.
Nach dem Gleichheitsprinzip und dem grundgesetzlich verankertem Schutz von Minderheiten ist eine solche "Mischkalkulation" unvereinbar mit dem Credo der angestrebten Gesetzesnovelle...

Der BVDM wird hier weiterhin stark engagiert bleiben müssen. Wer sonst soll denn die berechtigten Interessen der Motorradfahrer/innen hier qualifiziert vertreten?!

Gruss Frank

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