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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Kummerkasten
Presse-Texter ( Gast )
Beiträge:

19.09.2006 10:36
Wieder schwerer Unfall mit BMW Integral ABS antworten

Hallo,

seit Angfang August 2006 lässt die Staatsanwaltschaft München I mittels eines Abschleppunternehmens ungefähr acht BMW Motorräder mit Integral-ABS (FTE) bei Besitzern sicherstellen, und zu einem unabhängigen Sachverständigen nach München überstellen. Dort sollen die "total zerlegt und untersucht werden". Dieser Vorgang wurde erst am 11.09.2006 vom BMW Motorrad Pressesprecher J.Stoffregen gegenüber Journalisten - auf deren Anfrage hin - bestätigt. Stoffregen geht selbst davon aus, dass sich die Untersuchungen und ein endgültiger Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch einige Zeit hinziehen werden. Das Aktenzeichen bei der Staatsanwaltschaft München I lautet AZ 490 UJs 702755/06, die Ermittlungen werden schon seit 31.01.2006 wegen fahrlässiger Körperverletzung geführt, wie dem entsprechenden Bescheid der StA zu entnehmen ist:

In Antwort auf:
Die durchgeführten Ermittlungen erhärteten den Verdacht,
daß Verantwortliche der Fa. BMW AG bereits in den Jahren
2003 und 2004 Kenntnis davon hatten, daß es beim I-ABS
III-System bei mehreren Gefahrbremsungen in dichter
Abfolge zum Ausfall des ABS-Systems, insbesondere des
Bremskraftverstärkers kommen kann. Eine detaillierte
Unterrichtung der Kunden insgesamt erfolgte erst durch
die Änderung der Hinweise in der Bedienungsanleitung
nach Beginn der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im
Sommer 2005. Ob und inwieweit Unfalle mit Korperverlet-
Zungen der verunglückten Fahrer auf den vorbeschriebenen
Ausfall des ABS-Systems zurückzuführen sind und bei entsprechend
früherer Unterrichtung hatten verhindert werden
können bedarf weiterer, umfangreicher Ermittlungen.
Ob und gegen welche Mitarbeiter der Fa. BMW AG und der
Fa. FTE Automotive GmbH & Co KG der Vorwurf der fahrlässigen
Körperverletzung zu erheben ist, bedarf ebenso
weiterer umfangreicher Ermittlungen. Insoweit wurde
unter dem Az. 490 UJs 702755/06 ein Ermittlungsverfahren
wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.


Sachdienliche Hinweise unter Nennung des AZ können auch per Fax zugestellt werden: 089-5597-4131

Zwischenzeitlich wurde der Staatsanwaltschaft München I auch ein Zeuge benannt, der aufgrund eines Defektes an der BMW Integralbremsanlage (Druckmodulator) an seinem BMW Motorrad K1200R am 18.06.2006 einen schweren Unfall in den Schweizer Alpen (Furkapass) erlitten hatte (Armbruch, vier Rippenbrüche und sechs verschobene Rückenwirbel) und in Folge zwei Monate im Krankenbett zugebracht hatte. Wie auch bekannt wurde, ist zufällig ein schweizer Ducati-Fahrer dran vorbegekommen: "Da bin ich dran vorbei gefahren. Die K1200R hat nicht so ausgesehen, als wenn der Fahrer überlebt hätte... " Inzwischen fährt der schwer verunfallte BMW-Fahrer nun ein italienisches Motorrad, eine Moto Morini Corsaro, selbstverständlich ohne ABS! Wer's nachlesen will, also Teile der Recherche, kann das im 14. Posting von Harley1969 tun, und ergänzend sein zweites Posting hier lesen.

Übrigens: Seit Mitte August wurde das neue BMW Integralbremssystem von Continental Teves in die Produktion eingeführt, bei diesem System gibt es gar keinen Bremskraftverstärker mehr, und somit auch nicht mehr das Dilemma der "Restbremskraft". Weltweit sind ca. 300.000 Einheite mit dem alten, defektanfälligen Bremssystem auf der Straße. In der letzen Ausgabe von MOTORRAD (Ausgabe 19) wurde es als "Irrtum" bezeichnet.

Nicht verwechseln: Bei der letzten Rückrufaktion ging es um den Austausch einer Hohlschraube, die den ABS-Ausfall verhindern sollte. In Sachen Bremskraftverstärkung (und beim Ausfall also dem Verhältnis von Normal- zu Restbremskraft), sieht BMW wohl nach wie vor keinen Handlungsbedarf, weil ja sowohl die Restbremskraft als auch die Warnungen davor den gesetzlichen Bestimmungen genügen. Interessant zu wissen ist aber, dass das KBA in der Sache beim Verordnungsgeber angeregt hat, die Themen Restbremskraft und Warnungen davor zu überdenken. Wörtlich: "Fakt ist, vorhandene ... vorschriftenseitige Mängel wurden zum Nutzen der Verbraucherseite angesprochen und behoben."

Presse-Texter ( Gast )
Beiträge:

19.09.2006 11:17
#2 RE: Wieder schwerer Unfall mit BMW Integral ABS antworten

Wen's interessiert der kann sich ja im Usenet unter drm umschauen, es gibt zwei Threads da wo das Thema besprochen wird, insbesondere unter dem Eindruck des nun bekannt gewordenen schweren Unfalls.

Bremsen in Kurven (sehr gute Beiträge von Oliver Bartels)

ABS: Statement von BMW

Tatsächlich sind nur die Beiträge von O.Bartels interessant, da dieser nicht nur Motorradfahrer ist, sondern auch Elektronik entwickelt und sich (auch) mit Großkonzernen auskennt.

Presse-Texter

Presse-Texter ( Gast )
Beiträge:

19.09.2006 11:57
#3 RE: Wieder schwerer Unfall mit BMW Integral ABS antworten

Unter dem Eindruck des schweren Unfalls mit dem BMW Integralbremssystem muss man sich nochmal die Beurteilung dieser Konstruktion seitens eines öffentlich bestellen und vereidigten Gutachters reintun, die ja schon seit 5. Juli 2005 bekannt ist:

In Antwort auf:
Sie ziehen die Bremse mit einem relativ geringen Kraftaufwand, haben aber eine sehr hohe Bremswirkung durch die Verstärkung. Wenn das System ausfällt, müssen Sie von einer auf die andere Sekunde umstellen. Das heißt: Sie müssen wesentlich mehr Kraft aufwenden, um die Bremsung durchzuführen. Dazu kommt noch, dass dann auch das ABS ausfällt und es somit über bremsen auch zum blockieren der Räder kommt. Und das ist schon sehr gefährlich für einen Fahrer“, sagt Peter Goltzsche.


Quelle: Plusminus

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