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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Kummerkasten
der_general Offline



Beiträge: 78

12.12.2006 21:59
Deutsche Wikipedia sperrt Lemma "Integral-ABS" antworten

Artikel gelöscht, Lemma gesperrt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Integral-ABS

Löschdatum: 15:37, 11. Dez. 2006 (Sebmol)
Begründung: Kein enzyklopädischer Artikel

Hier der verbotene Artikel im Google Cache

the_cleaner

der general ( Gast )
Beiträge:

13.12.2006 10:29
#2 RE: Deutsche Wikipedia sperrt Lemma "Integral-ABS" antworten

huch eigentlich bin ich ja ein bissel plemplem, hab glatt übersehen, das ich den ganzen Mist unter dem Pseudonym the_cleaner hier schon mal verzapft hab.....

Hallo,

mir ist gerade aufgefallen, dass es bei Wikipedia eine Abstimmung darüber gibt, einen Artikel über das BMW Motorrad Integral-ABS (FTE automotive) zu löschen.

Der Artikel: Integral-ABS

Die Abstimmung: Lösch-Kandidat

Der Artikel ist leider geperrt, man kann keine Änderungen mehr vornehmen. Man kann aber dafür stimmen, dass der Artikel gelöscht wird. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass man mit vier Tilde-Zeichen (~~~~) unterschreibt, sonst wird der Kommentar gelöscht.

Grüße

the_cleaner



the_cleaner


04.12.2006 10:25
RE: Wikipedia Artikel über Integral-ABS: LÖSCHKANDIDAT antworten

Geht um den Artikel hier:
Das Integral-ABS (I-ABS) ist eine Motorrad-Bremsanlage von BMW Motorrad mit mehreren Fahrerassistenz- und aktiven Sicherheitssystemen. Der Grundgedanke der Assistenzfunktion Verbundbremse ist, dass eine optimale Bremswirkung nur dann erzielt wird, wenn Vorder- und Hinterrad gleichzeitig verzögert werden. Integralbremssysteme gibt es in zwei Ausführungen: Beim Vollintegral-Motorrad-Bremssystem wirken sowohl der Handbremshebel, als auch der Fußbremshebel gleichzeitig auf Vorder- und Hinterradbremse. Beim Teilintegral-System wirken der Handbremshebel auf Vorder- und Hinterradbremse und der Fußbremshebel nur auf die Hinterradbremse. Das Integral-ABS verfügt außerdem über eine ABS-Funktionalität, eine adaptive Bremskraftverteilung auf beide Räder, unter Berücksichtigung des Beladungszustands, sowie die Funktionalität, ein Abheben des Hinterrades bei einer Vollbremsung zu erkennen und dem entgegenzuwirken. Nur des erste Integral-ABS wurde zusätzlich mit einer Bremskraftverstärkung (BKV) für die Funktionalität Bremsassistent ausgestattet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Das erste Integral-ABS (FTE automotive)
1.1 Zielsetzung
1.2 Technik
1.2.1 ABS
1.2.2 Hinterrad-Abhebeschutz
1.2.3 Bremskraftverstärker
1.2.4 Restbremse
1.2.5 Wartung
1.3 Sonderzubehör
1.4 Medien-Berichterstattung
1.5 TV-Dokumentation
1.6 ADAC
1.7 Kraftfahrtbundesamt (KBA)
1.8 Staatsanwaltschaft
1.9 Produkt-Demonstrationen
1.9.1 Info-Veranstaltung am FTZ
1.9.2 Motobike (Motorvision)
1.10 Rückruf
1.10.1 Erhebliche Mängel für die Verkehrssicherheit
1.10.2 Aufrüstung auf neuesten Serienstand
1.11 Bewertung
2 Das zweite Integral-ABS (Continental Teves)
2.1 Technik
2.1.1 Hinterrad-Abhebeschutz
2.1.2 Störungen
3 Siehe auch
4 Quellenangaben
5 Fernsehdokumentation
6 Weblinks



Das erste Integral-ABS (FTE automotive) [Bearbeiten]
Zielsetzung [Bearbeiten]Das erste Integral-ABS (Herbst 2000 bis Mitte August 2006), gemeinsam entwickelt von BMW Motorrad mit dem Zulieferer FTE automotive, wies ein für Motorrad-Bremsen bis dahin nicht gekanntes Maß an elektronisch vernetzten Funktionen auf. Insgesamt vier Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme sollten das Bremsen komfortabler und sicherer machen: Ein Antiblockiersystem (ABS), eine Bremskraftverstärkung (BKV) für die Funktionalität Bremsassistent, eine Bremsen-Verbundfunktion (Integral) und ein Hinterrad-Abhebeschutz sollten auch dem unerfahrenen Fahrer eine Bremsanlage bieten, die es ihm ermöglichte, die volle Leistungsfähigkeit seiner Bremse bei Geradeausfahrten[1] auszunutzen.[2] Durch den BKV verminderte sich das Gefühl für die Bremse,[3] die Dosierbarkeit der Bremse war bei Anpassungsbremsungen und geringen Geschwindigkeiten erschwert,[4][5] und vor allem die Zielgruppe der unerfahrenen Fahrer war mit der Notlauffunktion, der Restbremse, überfordert;[6] eine Umgewöhnung beim Umstieg von anderen Motorrädern war aufgrund des BKV erforderlich.[5][6][7] Das Öffnen der Bremse bei welliger Fahrbahn bzw. Bergabfahrten und hartem Herunterschalten, wegen eines Phänomens des Hinterrad-Abhebeschutzes, irritiert heute noch.[4][8][9] BMW Motorrad erkannte „Akzeptanzprobleme“[2] bei den Kunden:[10]

„Die Gewöhnung an einige Systemeigenheiten gelingt offenbar nicht allen Kunden.“

– Dipl.-Ing. Jürgen Stoffregen, Leiter BMW Motorrad Produktkommunikation

Der Nutzen des technischen Aufwandes beim Integral-ABS im Vergleich zu Motorrad-Bremsen, die nur mit dem aktiven Sicherheitssystem ABS ausgestattet sind, ist weder durch eine vergleichende Unfallstatistik, noch wissenschaftliche Untersuchungen belegt.[11] Ende 2004 bezeichnete die US-Fachzeitschrift Motorcyclist Magazine das Integral-ABS als „fehlgeleitete Technologie“,[12] im März 2005 schrieb die deutsche Motorradzeitschrift MO von „zweifelhafter Innovation“,[6] und im September 2006 schrieb Europas größte Fachpublikation MOTORRAD von einem „Irrtum“.[13]


Technik [Bearbeiten]Das System basiert auf dem Staudruck-Verfahren.


ABS [Bearbeiten]Beim Motorrad-ABS geht es ausschließlich darum, Geradeaus-Vollbremsungen, unter Sicherstellung der Seitenführungskraft, kontrolliert bis zum Stillstand durchzuführen. Das Integral-ABS ist, wie jedes andere Motorrad-ABS, nicht kurventauglich.[14] Im Vergleich zu anderen ABS-Systemen weist das Integral-ABS grobe Regelintervalle auf, was mit deutlichen Vertikalbewegungen, gelegentlich als „Bocksprünge“ bezeichnet, einhergeht, die den Fahrer beim Ausbalancieren des Motorrads beeinträchtigen können.[15]


Hinterrad-Abhebeschutz [Bearbeiten]Der Hinterrad-Abhebeschutz senkt immer dann kurzzeitig den Druck im Vorderrad-Bremskreis, wenn die Auswertung der Sensorsignale signalisiert, dass das Hinterrad den Bodenkontakt verloren hat. Dies wird durch ein indirektes Verfahren anhand der Raddrehzahlen und durch Plausibilitätsvergleiche berechnet. Bei spezifischen Fahrbahnunebenheiten kann es kurzzeitig ebenfalls zu einem Lösen der Vorderrad-Bremsen kommen. Dieser Effekt tritt typischerweise beim Abbremsen zwischen Geschwindigkeiten um 60 und 70 km/h auf welliger Straße auf und wird durch die Regelungstechnik verursacht. Zudem wurden bei einer BMW R 1200 GS bei einer Messreihe aufgrund starker Verzögerungseinbrüche Bremswegdifferenzen von 12 Metern gemessen.[15] Bei dieser „unangenehmen Überraschung“ löst das Integral-ABS „die Bremse ungewöhnlich lang, das Motorrad legt einige Meter ungebremst zurück. Passiert das vor einer Kurve, kann es ganz schön kritisch werden.“[15] Dieser Mangel des Integral-ABS konnte auf der Testtrecke von FTE automotive, und zwar speziell auf der Sägezahnstrecke, einwandfrei reproduziert werden. Auch bei der letzten Evolution des Systems an der BMW R 1200 GS Adventure und an der BMW K 1200 GT wurde das Regelverhalten beim „Anbremsen bergab über Löcher und Wellen“ wegen grober Regelung und langen Öffnungszeiten bemängelt.[8] Das System irritiert „durch überraschende Regelfunktion“, kritisiert wird das „unangenehm lange“ Aussetzen der Bremse „besonders bergab“ im Zusammenhang mit Bodenwellen.[9] Bereits in einer Antwort von BMW an den ADAC am 24.11.2004 wurde diese Kritik und die damit verbundenen Probleme auf Akzeptanzschwierigkeiten der Kunden mit dem „spezifischen Systemverhalten“ zurückgeführt.[2]


Bremskraftverstärker [Bearbeiten]Beim Bremskraftverstärker (BKV) handelt es sich um die Funktion eines Bremsassistenten. Der Bremsdruck wird über zwei elektrische Pumpen (pro Radreis eine Pumpe) aufgebaut.[5] Der Druckaufbau soll sich gegenüber konventionellen Systemen verkürzen.[10]


Restbremse [Bearbeiten]Die Restbremse aktiviert sich bei jeder Art von Störungen des Systems. BKV, ABS und Verbundbremsen-Funktion stehen dann mehr zur Verfügung.[11] Die dann erzielbare Verzögerung ist abhängig von der Einstellung des Bremshebels, und davon, ob es sich um ein Modell mit schwacher Restbremskraft, oder verbesserter Restbremskraft handelt.[11] Ein Hinweis auf den Ausfall der Bremse erfolgt durch eine Warnlampe, sofern diese im Cockpit bemerkt wird,[11][16]. Die Effekte der Restbremse setzen unmittelbar ein, da kein Hochdruck vorrätig gehalten wird („Druckreservoir“). Die psychologische Auswirkung des Überraschungseffektes auf den Fahrer bedingt das Empfinden, keine Bremse mehr zur Verfügung zu haben,[17] zumal das Ansprechverhalten sich ändert.[18] Aufgrund der Komplexität des Systems gibt es zahlreiche mögliche Ursachen für einen Ausfall der Bremse.[10][11]

„Sobald die Elektronik irgendeine, auch kleine Unregelmäßigkeit registriert, geht sie auf Nummer Sicher und schaltet zurück...“

– Dr. Herbert Diess, Leiter BMW Motorrad

Ursachen können z.B. externe Störungen sein, an der Sensorik, den Bremslichtschaltern (z.B. auch verschobener Handschutz), Kabelbrüche, lose Steckverbindungen etc. und Fehler an der Elektronik (defekte Steuergeräte) oder den elektrischen Pumpen.[10][17] Der Bremshebel muss dann „über einen größeren Weg und mit mehr Kraft“ betätigt werden „als bei einer konventionellen Anlage“,[19] und das Ansprechverhalten der Bremse ändert sich signifikant.[18] Die dazu nötige Handkraft und der entsprechende Hebelweg wird bisweilen als „beinahe unzumutbar hoch“ beschrieben.[5] Modellspezifisch liegt die maximale Bremsleistung, nur bei günstiger Einstellung des Bremshebels, zwischen maximal 5 und 7 m/s².[20] Bei anderen Bremshebeleinstellungen, z.B. aus ergonomischen Gründen, wird die gesetzlich geforderte Mindestleistung von 2,5 m/s² erreicht. Die aufzubringende Handkraft hierzu verdoppelt sich auf 200 Newton.[21] Fast 10 m/s² sind bei funktionierendem Integral-ABS und sehr geringen Bedienkräften möglich.[13] Die Abweichung von gewohnter Handkraft zu notwendiger Handkraft bei Restbremsfunktion ist so überwältigend, dass zahlreiche Fahrer den Ausfall des BKV als vollständigen Defekt der Bremsanlage wahrnehmen „und entweder gar nicht, zu spät oder nur schwach die Restbremsfunktion aktivieren können.“[5]

Restbremse bedeutet eine mindestens 50prozentige Minderung der Bremsleistung bei den Modellen mit herkömmlicher Restbremskraft (z.B. R 1150 GS). Bei den Modellen mit verbesserter Restbremskraft handelt es sich um eine mindestens 30prozentige Minderung der Bremsleistung (z.B. R 1200 GS). Eine etwa 75prozentige Minderung der Bremsleistung tritt ein, wenn der Bremshebel in den beiden unteren Positionen betrieben wird.

(A) gesetzlich geforderte Mindestverzögerung: 2,5 m/s² bei 200 Nm Handkraft, Bremsweg 154,32 m
(B) Restbremse: 5 m/s² bei ca. 170.000 alten Modellen bei 200 Nm (= doppelter)[21] Handkraft, Bremsweg 77,16 m
(C) Restbremse: 7 m/s² bei ca. 130.000 neuen Modellen (mit CAN-BUS) bei 200 Nm (= doppelter)[21] Handkraft, Bremsweg 55,11 m
(D) Integral-ABS: 9,93 m/s² bei normaler Handkraft, Bremsweg 38,90 m (BMW K 1200 GT, '06)[22]
(E) Motorrad-Bremse: 10,10 m/s² bei normaler Handkraft, Bremsweg 38,19 m (YAMAHA XJR 1300, '04)[23]
Bremswege (m) 100 km/h 150 km/h 200 km/h 250 km/h 280 km/h
2,5 m/s² 154,32 347,22 617,28 964,5 1209,87
5 m/s² 77,16 173,61 308,64 482,25 604,93
7 m/s² 55,11 124,00 220,45 344,64 432,09
9,93 m/s² 38,85 87,41 155,40 242,82 304,60
10,10 m/s² 38,19 85,94 152,79 238,73 299,47


Wartung [Bearbeiten]Die ordnungsgemäße Wartung der Bremsanlage wie Bremsflüssigkeitswechsel Steuerkreis / Radkreis bzw. Entlüftung kann nur in Werkstätten durchgeführt werden, die über die speziellen Diagnose- und Wartungsgeräte des Herstellers BMW Motorrad verfügen. Herstellerseitig besteht die Besorgnis über nicht ordnungsgemäße Wartung aus dem Grund,[10] weil ein nicht ordnungsgemäß entlüftetes Integral-ABS zwar aufgrund von Kompensationseffekten der Pumpe einwandfrei funktioniert, aber bei Störungen des Systems zum Ausfall der Restbremskraft führen kann.[19] Die Wartungsvorschrift lautet, dass der Wechsel der Bremsflüssigkeit im Radkreis jedes Jahr und im Steuerkreis alle zwei Jahre vorzunehmen ist (z.B. R 1150 GS). Nur bei BMW Motorrädern, die bereits werkseitig mit stahlummantelten Bremsschläuchen ausgeliefert wurden (z.B. R 1200 GS), sind die Intervalle zum Austausch der Bremsflüssigkeit verlängert worden. Der Wechsel der Bremsflüssigkeit im vorderen und hinteren Radkreis ist nur noch alle zwei Jahre vorzunehmen, im Steuerkreis ist der Wechsel nur noch alle vier Jahre erforderlich. In den Formularen für den BMW Motorrad Bremsencheck ist am Ende aufgeführt, dass eine Systemüberprüfung mindestens einmal jährlich, im Rahmen der Inspektions- und Wartungsarbeiten, erfolgen sollte. Insgesamt sind die Wartungskosten gegenüber dem Vorgängersystem (ABS II) und dem Nachfolgesystem (Integral-ABS von Continental-Teves) aufgrund der systembedingten Komplexität erhöht.


Sonderzubehör [Bearbeiten]Das Modell BMW R 1200 GS war bei Markteinführung nicht mit einer Motorrad-Bremsanlage ohne Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme erhältlich. Das optionale Sonderzubehör Integral-ABS (damaliger Aufpreis 1.040 Euro) musste mitbestellt und bezahlt werden. Obwohl BMW Motorrad dieses Modell in der Basis-Version anbot, und Kaufverträge entsprechend zum Abschluss gebracht wurden, wurden Bestellungen nicht ausgeführt.[24][25] Nach ungefähr einem Jahr waren R 1200 GS Motorräder ohne das Sonderzubehör Integral-ABS käuflich und lieferbar. Bei der Markteinführung der BMW K 1200 S wurde dieses Sonderzubehör erstmalig serienmäßig verbaut.[26] Auf Kundennachfrage war gegen einen Abschlag von 700 Euro die Ausstattung mit einer Motorrad-Bremsanlage ohne Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme möglich.


Medien-Berichterstattung [Bearbeiten]Die Anfälligkeit des Systems war BMW Motorrad spätestens seit August 2004 bekannt.[27] Eine erste Stellungnahme durch BMW erfolgte am 10. September 2004.[28] Am 13. September 2004 beschwerte sich der Leiter der Qualitätssicherung bei BMW Motorrad in einer internen E-Mail über den „unbefriedigenden Zustand der Komplexität unseres Bremssystems“, und weiter:[10][18][27]

„Das System ist in seinen Auswirkungen und Rückfallebenen ungenügend konzipiert.“

– Dr. Robert Kahlenberg, Leiter der Qualitätssicherung bei BMW Motorrad

Im November 2004 wurde bekannt, dass ab März 2004 alle neuen Modelle mit „um bis zu einem Viertel“[20] in der Leistung verbesserter Restbremskraft ausgeliefert wurden.[12] Diese Modifikation in der Serie wurde aufgrund der Auseinandersetzungen „beim Rückfall in die Restbremsfunktion“[2] durchgeführt. Die „gesteigerte Restbremswirkung“[7] sollte praxisgerechter und sicherer sein.[29] Die Welt berichtete im Dezember 2004 erstmals in Zahlen über „nicht regelgerecht funktionierende ABS-Bremsen“ sowie „mehrere hundert Fälle“ von Kundenbeschwerden.[11], wurde aber aufgrund insgesamt verfehlter Darstellung kritisiert.[30] Mitte Januar 2005 berichtete TOURENFAHRER als erste Fachzeitschrift über das Thema,[5] und durchbrach damit die Zurückhaltung der Fachpresse.[31] Im März 2005 erschien das MO-Sonderheft "BMW-MOTORRÄDER" Nr. 13 mit der bis heute umfassendsten Darstellung des Themas.[7] Anfang Juni 2005 berichtete das Verbrauchermagazin M€X des Hessischen Fernsehens in Zusammenarbeit mit dem ADAC über den ersten Verletzten mit einer BMW K 1200 S wegen des Ausfalls des ABS.[32] In der Folge informierten auch das Nachrichten-Magazin Der Spiegel und die ARD-Sendungen Plusminus und Tagesschau die breite Öffentlichkeit. Im März 2005 wurde noch behauptet, der Ausfall des BKV habe nicht zu Unfällen geführt:[10]

„Uns ist bis heute kein ... Unfall [bekannt], für den als unmittelbare Ursache der Ausfall der Bremskraftverstärkung verantwortlich wäre.“

– Dipl.-Ing. Jürgen Stoffregen, Leiter BMW Motorrad Produktkommunikation

Zwischenzeitlich war BMW „tausend weiteren Beschwerden“[33] nachgegangen, und bestätigte Unfälle, nämlich dass es wegen des Ausfalls des Bremskraftverstärkers „keine ernsten Unfälle“[2] oder „Unfälle schwerer Art“[34] gegeben habe. BMW klärte im September 2005 mit einem Zusatz zur Bedienungsanleitung „über den korrekten Umgang mit dem Integral-ABS“[35] und „über die Risiken bzw. Grenzen des Systems“[35] auf.[36]


TV-Dokumentation [Bearbeiten]In der TV-Dokumentation Long Way Round ist das Systemverhalten der Restbremse an einem Modell dokumentiert, an dem der „sichere Zustand“[37] dieser „Grundfunktion“[37] noch nicht in der Serie verbessert wurde.[12] Ewan McGregor hält dabei fest, dass die Bremsen dann gar nicht funktionieren, oder blockieren, dass also eine Handhabung für „Normalfahrer“[37] nicht möglich ist.[38] Der Vorfall ereignete sich im Juni 2004.


ADAC [Bearbeiten]Innerhalb eines Monats nach Beginn einer ADAC-Umfrage Anfang Juli 2005 waren bereits 80 Fälle über den Ausfall der Bremskraftverstärkung unter den Bedingungen des öffentlichen Straßenverkehrs bekannt geworden.[20] Seitdem sind über die Presse keine neuen Zahlen mehr veröffentlicht worden. Und entgegen der Zusicherung des ADAC, „Man werde die Ergebnisse aber zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlichen“,[21] fand seitdem zu keiner Zeit eine Bekanntgabe statt. Der ADAC wies darauf hin, dass Besitzer im Zweifel ihr Motorrad nur verkaufen könnten, und sich „unter Umständen besser nach einer anderen Maschine umschauen könnten.“[39]


Kraftfahrtbundesamt (KBA) [Bearbeiten]Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) leite im August 2004 eine Untersuchung ein, die im April 2006 geschlossen wurde.[40] Das KBA hatte keine Möglichkeit oder Notwendigkeit gesehen, mit Maßnahmen (z.B. einen Rückruf) nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz in der Sache BMW Motorrad Integral-ABS tätig zu werden. Mitte Juli 2005 leitete auch die französische Behörde DGCCRF eine Untersuchung ein.[41]


Staatsanwaltschaft [Bearbeiten]Im Frühjahr 2005 leitete die Staatsanwaltschaft München I auf die Strafanzeige eines Käufers gegen drei BMW Manager sowie zwei Manager einer Zubehör-Firma hin,[42] in der kein Delikt benannt war, selbstständig Ermittlungen zunächst wegen Betrugs[42] und später auch Straßenverkehrsgefährdung[43] ein: „Er hat geschildert, daß nach seinem Wissen das Bremssystem nicht richtig funktioniert.“[44] Der Motorradfahrer sei nach eigenen Angaben mit dem bemängelten Bremssystem verunglückt, und habe von ähnlichen Fällen bei anderen BMW-Fahrern berichtet.[43] Nach Angaben von BMW habe der Kunde „einige Dutzend Fälle“ zusammengetragen, bei denen es zu Ausfällen mit dem Integral-ABS kam, und diese zur Anzeige gebracht.[45] Mitte Juni 2005 ließ BMW verlauten, man sähe den Ermittlungen „gelassen entgegen“.[42] Diese Ermittlungen – sie richteten sich auch gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, Helmut Panke,[42][46] – wurden Ende Januar 2006 eingestellt. Die unmittelbar darauf eingeleiteten Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Unbekannt Anfang Februar 2006 sind noch nicht abgeschlossen.[47]


Produkt-Demonstrationen [Bearbeiten]BMW Motorrad verfolgte zwei Ziele bei den Produkt-Demonstrationen. Als erstes sollte dargestellt werden, dass ABS-Ausfälle nur auf Sicherheitstrainings vorkommen können. Als zweites sollte dargestellt werden, dass die Aktivierung der Restbremse keinen Einfluss auf die Bremsleistung hat:[20]

„Unsere Grundbremse bietet dem Fahrer die gleichen Bremsleistungen wie eine andere normale Motorradbremse“

– Dipl.-Ing. Peter Müller, Leiter BMW Motorrad Entwicklung und Baureihen


Info-Veranstaltung am FTZ [Bearbeiten]In der letzten Juli-Woche 2005 fand eine 2-tägige Produktpräsentation von BMW Motorrad am Flughafen München (Fahrer-Trainings-Zentrum, FTZ) statt. Die Veranstaltung wurde von Motor-Journalisten als „Nachhilfestunde in BMW-Denken“ bezeichnet.[48] Teilnehmer waren Pressevertreter, Behördenrepräsentanten, Anbieter von Fahrsicherheitstrainings sowie Fahrschulverbände. Eine grafische Information (Balkendiagramm) sollte die Leistung der Restbremskraft bei 50 km/h, statt wie bei Bremsentests üblichen 100 km/h, erläutern.[20] Dabei wurden die Leistungswerte der Restbremse bei einer Handkraft von 200 Nm den Leistungswerten unbekannter Motorrad-Bremsanlagen, und ohne Nennung der Handkraft, aus einer wissenschaftlichen Studie (Kuratorium für Verkehrssicherheit, Wien)[49] gegenübergestellt. Bei den der Studie entnommenen Werten handelte es sich um Durchschnittswerte von Normalfahrern[37], die in Experimenten ermittelt wurden.

Drei routinierte Profi-Fahrer (zwei vom TÜV-Süd, ein BMW Projekt-Ingenieur des Entwickler-Teams der Bremse)[20] zeigten, dass Sie mit in der Restbremskraft verbesserten Modellen aus dem Baujahr 2005, unter Laborbedingungen, bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 80 km/h, und mit mehr als verdoppelter Handkraft, Verzögerungen von 9,87 m/s² erreichen konnten.[21] Die Teilnehmer waren durch die grafische Information (Balkendiagramm) informiert, dass von Normalfahrern[37] mit Motorrad-Bremsen unter Laborbedingungen bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h, und mit normaler Handkraft, Verzögerungen von durchschnittlich 6,6 m/s² erreicht werden.[20][49] Spekulationen darüber, welche Verzögerungen Normalfahrern[37] mit ABS-Gewöhnung bei Überraschungseffekt und doppelter Handkraft mit Restbremse möglich wären, wurden in der späteren Berichterstattung angedeutet.[21][20][16]


Motobike (Motorvision) [Bearbeiten]In der Sendung Motobike, Folge 132, gab es im August 2005 einen Beitrag ABS-Problem bei BMW.[50] Der Entwicklungschef von BMW Motorrad erläuterte darin die Ursache der Unfälle auf Sicherheitstrainings damit, dass sich die Restbremse aktiviert habe. Der Pressesprecher von BMW-Motorrad hingegen stellte an anderer Stelle dar, bei den Unfällen auf den Sicherheitstrainings sei nur die Funktionalität ABS ausgefallen, die Restbremse habe sich nicht aktiviert, und widersprach damit dem Entwicklungschef.[35]Ebenfalls widersprach er dem Entwicklungschef, als er betonte, es gäbe keine Systemausfälle des Integral-ABS im direkten ursächlichen Zusammenhang mit zu geringer Bordspannung.[51][35] Der Entwicklungschef stellte ferner dar, die Restbremse liefere dieselben Verzögerungswerte wie das Integral-ABS mit deaktivierter ABS-Funktion, obwohl bei der Restbremse auch noch die Bremskraftverstärkung deaktiviert wäre. Die Demonstrationen der Restbremse wurden wie bei der vorangegangenen Info-Veranstaltung durchgeführt.


Rückruf [Bearbeiten]Im Sommer 2005 wurde eine als Rückruf bezeichnete Maßnahme eingeleitet, und im Frühjahr 2006 die Teilnahme an einer technischen Aktion empfohlen.


Erhebliche Mängel für die Verkehrssicherheit [Bearbeiten]Im März 2005 erschien das MO-Sonderheft BMW-MOTORRÄDER Nr. 13. Eine gezielte Aufklärung der Kunden durch eine Aktualisierung der Bedienungsanleitung wurde darin in einem Interview vom Pressesprecher BMW Motorrad abgelehnt:[10]

„Die Bedienungsanleitung enthält nach unserer Meinung alle notwendigen Hinweise, mehr halten wir auch aus heutiger Sicht wirklich nicht für notwendig.“

– Dipl.-Ing. Jürgen Stoffregen, Leiter BMW Motorrad Produktkommunikation

Am 19. Juli 2005 schloss BMW Motorrad Chef Dr. Herbert Diess eine Gefährdung des Straßenverkehrs durch das Integral-ABS aus.[2] Am 10. August 2005 wurden Fahrschüler von BMW Motorrad sensibilisiert, „die Kontrollleuchten immer mit im Blickfeld zu behalten“.[51] Für eine Anfang September 2005 eingeleitete Rückrufaktion zur Beseitigung erheblicher Mängel für die Verkehrssicherheit (§ 35 Abs. 2 Nr. 1 Straßenverkehrsgesetz) übermittelte das KBA, auf Antrag von BMW Motorrad,[52] die Halterdaten aus dem Fahrzeugregister.

Vereinfacht wurden – als Rückrufmaßnahme – vier Seiten Zusatz zur Bedienungsanleitung mit ergänzenden Hinweisen an die Halter versendet.[36]. Der Rückruf betraf weltweit 260.000 Betriebsanleitungen. Mit der Maßnahme, im Rückrufschreiben zu einem (bis zum 30. April 2006 befristeten) Systemcheck einzuladen, sollte der Verunsicherung wegen Störungen am BKV entgegengewirkt werden.[53][35] Das versendete Rückrufschreiben enthielt nicht den erforderlichen Inhalt gemäß Anlage 7 des Kodex zur Ausführung des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) bei Straßenfahrzeugen. Im Anschreiben wurde nicht auf die Folge des erheblichen Mangels hingewiesen, und dieses Element musste im Halteranschreiben genannt sein.[52][36] Ferner ist nicht aufgeführt, dass ein erheblicher Mangel für die Verkehrssicherheit vorliegt. Stattdessen ist abgedruckt, dass der erhebliche Mangel nicht im Straßenverkehr auftreten kann. Die Übermittlung von Halterdaten nach § 35 Abs. 2 Nr. 1 ist nur zulässig bei Mängeln für die Verkehrssicherheit.


Aufrüstung auf neuesten Serienstand [Bearbeiten]Darstellungen von BMW Motorrad zufolge wurde nach dem Rückruf der Bedienungsanleitungen mit der Entwicklung einer technischen Lösung begonnen, die aufgrund zeitintensiver Entwicklung und Erprobung erst im Frühjahr 2006 präsentiert werden konnte.[40][35] Der Hersteller vertrat bis zu diesem Zeitpunkt öffentlich die Auffassung, technische Änderungen wären nicht notwendig:[54]

„Wir sind nach wie vor überzeugt von unserem System und sehen keinen Anlass, daran was zu ändern.“

– Dipl.-Ing. Horst Reichl, Leiter BMW Motorrad Fahrwerksentwicklung

Weltweit 90.000 BMW-Motorräder mit Integral-ABS des Typs K 1200 S, K 1200 R, R 1200 GS, R 1200 RT und R 1200 ST, waren ab März 2006 Gegenstand einer den Kunden angebotenen technischen Aktion, in deren Rahmen die Verschraubung der Bremsleitung an der Handarmatur getauscht wurde.[35] Seit Ende 2005 wurde diese Änderungsmaßnahme in die Serie eingeführt. Dabei ging es um die konstruktive Beseitigung der Möglichkeit von Ausfällen der ABS-Funktion, die nach Angaben von BMW ausschließlich auf Fahrtrainings, aber nicht im Straßenverkehr, auftreten können.[36] Mit dieser, in den Medien ebenfalls als Rückruf bezeichneten, technischen Aktion, bei der nicht auf die Adressdaten des KBA-Fahrzeugregisters zurückgegriffen wurde, sondern auf die Adressdaten des Händlernetzes, sollten nach Angaben von BMW die ausgelieferten Kundenmotorräder auf den neuesten Serienstand umgerüstet werden.[35] Nach Hochrechnungen der Presse betrug der Gesamtaufwand für BMW für diese technische Aktion „über zehn Millionen Euro“.[46]

Ursprünglich wurde von BMW Motorrad dargestellt, dass der BKV den maximalen Bremsdruck so schnell aufbauen würde, wie es nur „wenige, sehr trainierte Fahrer“[10] mit „der notwendigen Schnelligkeit“[10] schaffen würden, und begründete damit die Funktion des BKV als Bremsassistenten für weniger geübte Fahrer.[10][36] Nach dem Umbau findet nun der Druckaufbau aufgrund einer Drosselung verzögerter statt, besonders dann, wenn der Bremshebel sehr schnell gezogen wird. Nach Prüfungen einer Fachzeitschrift ergaben sich durch die technische Maßnahme im Mittel Bremswegverlängerungen von fast einem halben Meter bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h an einer BMW R 1200 GS.[35] Bereits in dem Zusatz zur Betriebsanleitung war zu lesen, dass für den kürzesten Bremsweg speziell bei BMW Motorrädern mit Integral-ABS die Vorderradbremse zügig und immer stärker werdend betätigt werden muss.[36] Andernfalls öffnet die Bremse, mit dem Effekt nicht reproduzierbarer, variierender Bremswegverlängerungen:[55]

„... die BMW aber manövriert sich unmittelbar in den Regelbereich und nimmt den Bremsdruck direkt wieder zurück, das Motorrad schießt mit gelöster Bremse nach vorne.“

– Guido Kupper, Redakteur Motorrad Magazin MO

Technisch wird das durch die spezifische Trägheit der im System zum Einsatz kommenden Technologie beim Wiederaufbau des Systemdrucks erklärt.[36] Im Druckmodulator laufen langsame mechanische Prozesse ab.[17] Das neue Integral-ABS von Continental-Teves hat diese Form der Bremsassistenz gar nicht mehr.

Andere Mängel, wegen denen es im öffentlichen Straßenverkehr zu Unfällen kam,[2][34] und die ebenfalls in der Ergänzung zur Bedienungsanleitung enthalten waren,[36] wurden nicht konstruktiv beseitigt. Beispielsweise erfolgte kein Rückruf aufgrund der von „Normalfahrern“[37][54] und Profis[18] gleichermaßen wahrgenommenen „Instabilität des Gesamtsystems Fahrer-Fahrzeug“[37], die von der Aktivierung der Restbremse ausgeht,[35] oder aufgrund des von Motor-Journalisten als „kritisch“[15] bezeichneten Phänomens sporadisch außergewöhnlich langen Öffnens der Bremse zwischen 60 und 70 Km/h.[15] Ein Vibrationsalarm [16] oder eine akustische Warnung[11] wurden nicht realisiert.


Bewertung [Bearbeiten]Von BMW Motorrad und dem Kraftfahrtbundesamt wird angeführt, dass das Integral-ABS den gesetzlichen Bestimmungen genügt. Weiter wird angeführt, dass die gesetzlich geforderte Mindestbremsleistung von 2,5 m/s² um den Faktor 2 übertroffen wird. Der Ausfall von Funktionen würde vom System in regelmäßigen Intervallen überwacht, und durch Warnlampen angezeigt werden. Es wird ferner darauf verwiesen, dass es absolut sichere Systeme nicht geben könne,[10] und dass die Anzahl der betroffenen Fahrer immer in Relation zu sehen sei.[21] „Mit Rücksicht auf BMW“ wurden vom KBA keine Angaben zu Zahlen über Ausfälle veröffentlicht.[34]

Motor-Journalisten und betroffene Kunden vertreten die Ansicht, dass sich die Entwicklung von Fahrerassistenz- und aktiven Sicherheitssystemen an Motorrad-Bremsen nicht nur an der Erfüllung von gesetzlichen Mindestvorgaben orientieren sollte.[21] Sie sollte sich vielmehr an der Praxis und den Bedürfnissen der Motorradfahrer orientieren.[56] Das Lesen einer mehrseitigen Bedienungsanleitung sei nicht praxisgerecht.[12][7] Eine Rückfallebene, die nicht die Sicherheit von Autos aufweise (kein "Druckspeicher"), wäre bereits bei der Zulassung nicht Stand der Technik gewesen. Schlagartige Bremswegverlängerungen bei 100 km/h um 38 Meter (5 m/s²) bei Aktivierung der Restbremse sind dieser Meinung nach lebensgefährlich, zumal diese nur unter idealen Bedingungen so gering ausfallen. Von dieser Meinung wird ferner auf die spezifische Defekt-Anfälligkeit des Integral-ABS aufgrund der also unnötig bezeichneten Komplexität hingewiesen.[6] Die Fehlerroutinen des Systems verschärfen nach dieser Ansicht das Problem erheblich. Die spezifischen Bremseigenschaften des Systems bei welliger Fahrbahn oder bei Bergabfahrten mit hartem Herunterschalten werden wegen der Irritation des Fahrers und der nicht kalkulierbaren Bremswegverlängerung durch vollständiges Öffnen der Bremse als kritisch bezeichnet. Als größtes Sicherheitsrisiko wird das sich dramatisch ändernde Ansprechverhalten der Restbremse gesehen.[18]


Das zweite Integral-ABS (Continental Teves) [Bearbeiten]Im Januar 2005 klärte die Zeitschrift TOURENFAHRER die Öffentlichkeit technisch im Detail über das neue Integral-ABS auf.[5] Zwei Monate später informierte der Hersteller BMW Motorrad selbst darüber, dass das neue System nicht mehr über einen Bremskraftverstärker (BKV), und damit auch nicht mehr über die Funktion eines Bremsassistenten verfügen würde.[10] Die Entwicklung des neuen, weniger komplexen Systems habe Anfang 2003 begonnen, gemeinsam mit dem Zulieferer Continental Teves.[57] Mit dieser Entwicklung sollten herstellerseitig eingeräumte Schwächen beim Vorgängersystem behoben werden.[58][10] Dieses neue System kommt seit August 2006 in allen K- und R-Modellen (Ausnahme: R 1200 S und K 1200 LT) zum Einsatz. Der Bremsdruck für die Vorderradbremse wird rein hydraulisch und allein über die Betätigungskräfte am Handhebel aufgebracht, der Bremsdruck für die Hinterradbremse wird über eine elektrische Hydraulikpumpe geregelt. Ab 2007 soll eine Antriebsschlupfregelung (BMW Motorrad nennt sie Automatic Stability Control / ASC) als Option verfügbar sein, ein Fahrdynamik-Regelungssystem, das ein Durchdrehen des Hinterrades verhindern soll.[59]


Technik [Bearbeiten]Das System wird durch Ventile gesteuert. Es wiegt nach Angaben des Herstellers 2,3 Kg.


Hinterrad-Abhebeschutz [Bearbeiten]Die Assistenzfunktion Hinterrad-Abhebeschutz weist weiterhin die Besonderheit sporadischen, überraschenden Öffnens der Vorderradbremse auf.[60]


Störungen [Bearbeiten]Beim Betätigen des Handbremshebels wirkt die elektrische Hydraulikpumpe auf die Hinterradbremse. Die Vorderradbremse wird hingegen per Handkraft betätigt, die Hinterradbremse beim Betätigen des Fussbremshebels per Fusskraft. Bei eventuellen Systemstörungen fallen bei diesem System, jedenfalls nach Herstellerangaben, die Teilintegralfunktion und/oder die Antiblockierfunktion aus. Dann soll eine Motorrad-Bremsanlage ohne Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme zur Verfügung stehen, die sich, jedenfalls nach Aussagen des Herstellers in Medieninformationen, weder in Wirkung, noch Dosierbarkeit unterscheiden soll.[61] Damit könnten die wesentlichen Kritikpunkte, die beim Vorgängersystem vom Hersteller im März 2005 eingeräumt wurden,[10] beseitigt sein.





Surfer


01.12.2006 18:10
RE: Bosch-ABS ABS8M - Ausfälle antworten

Diskussion:Integral-ABS
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Der Artikel ist bislang schon hervorragend, da er nicht das übliche Niveau von Pressetexten der Hersteller aufweist, sondern vor allem gut recherchiert ist. Dennoch sollten einzelne Themen weiter dargestellt werden (Plunger / Ventil), wenn auch nur kurz und verständlich. Es sollte auch noch kurz auf die Auswirkungen der Abheberegelung eingegangen werden mit Quellenangabe. Vielleicht trage ich das noch nach.

I_N_T_E_R_C_E_P_T_O_R_27 02:07, 25. Sep 2006 (CEST)

Ich habe mal unter anderem einen WL für Plunger gesetzt, statt das System hier zu erklären - müßte für technisch Versierte so erstmal ausreichen. Eine für Laien verständliche Erklärung der Plunger- und Ventilsysteme in Bezug auf das hier besprochene Bremssytem sollte allerdings noch hier nachgetragen werden.--NSX-Racer | Disk | B 15:42, 25. Sep 2006 (CEST)

Quellenangaben in Einzelbelegen / Literatur [Bearbeiten]Folgende Quellen sind nicht für eine Enzyklopädie geeignet:

* Markus Braunsperger u.a.: Das neue Integral ABS von BMW Motorrad. In: ATZ Automobiltechnische Zeitschrift 103 (2001) 3.

Markus Braunsperger u.a.: Das Integral ABS von BMW Motorrad - Ein innovatives Motorrad-Antiblockiersystem. (PDF 540 KB).
Jürgen Stoffregen: BMW Motorrad Integral-ABS - Antworten auf Ihre Fragen. In: Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Fragen im Nachgang zur Infoveranstaltung. 10.08.05. (PDF, 84,4 KB)
BMW Motorrad-Neuheiten zur INTERMOT 2006. In: BMW Medieninformation. 10/2006. 1-46.
Begründung: Es handelt sich um Darstellungen von einem Unternehmen, dessen Interesse Außendarstellung und Marketing ist. Hier muss mit äußerster Vorsicht bei der Quellenkunde vorgegangen werden, und das wäre nun in jedem einzelnen Fall zu prüfen.

Folgende Quellen sind ebenfalls nicht für eine Enzyklopädie geeignet:

* ABS Problem bei BMW. In: Motobike Folge 132. Sa 13.08.2005 09:45 Uhr. Mi 17.08.2005 21:45 Uhr.

Begründung: Bei dieser Sendung konnte der Eindruck entstehen, als ob die Produktion von BMW bezahlt bzw. abgewickelt wurde. Bremstests werden von sämtlichen Fachzeitschriften bei 100 km/h gemacht. Bislang ist auch nicht geklärt, wer die Fahrer waren (geht aus der Quelle nicht hervor). Für eine halbwegs aussagefähige Aussage über die Bremswege mit Restbremskraft usw. hätte es sich um "Normalfahrer" handeln müssen, die davor noch nie bei 100 Km/h die Restbremskraft getestet haben. Alles andere ist keine realistische und objektive Darstellung, sondern tendenziös und irreführend. Da hat hier nichts zu suchen und ist ggf. distanzierter darzustellen.

Alle Quellen der Zeitschrift MOTORRAD müssen strengstens geprüft werden.

Begründung: Die Zeitschrift MOTORRAD hat im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Thema Integral-ABS bereits zweimal eine Maßnahme vom Deutschen Presserat erteilt bekommen. Liest man aufmerksam die Zeitschrift MOTORRAD, sind tendenziöse Darstellung zu ABS Sytemen aller Hersteller zu finden, die Kritik an den Sytemen und an der Technologie überhaupt hält sich in Grenzen. MOTORRAD hat nachweislich erst im Sommer 2005 über das Thema berichtet, und auch da nur tendenziös. Während TOURENFAHRER bereits im Januar 2005 publizierte, und das MOTORRAD MAGAZIN MO im März 2005. Über den Rückruf der Bedienungsanleitungen gibt es keinerlei Berichterstattung bei MOTORRAD.

Es gibt nur einen einzigen kritischen und fundierten Artikel von MOTORRAD, und der ist in Ausgabe 10/2004 enthalten, der Journalist heißt Waldemar Schwarz und hat einen erheblichen Mangel der Hinterrad-Abhebeerkennung auf der FTE automotive Sägezahnstelle sauber reproduzieren können.

Auf seinen Befund wurde in der Folge nie wieder von MOTORRAD bezug genommen. Von Waldemar Schwarz gibt es seitdem keine Veröffentlichungen zu Tests usw. von ABS Systemen mehr.

Fazit: Quellen von BMW-Mitarbeitern oder BMW, und Quellen von MOTORRAD sind eingehend zu kritisch zu prüfen. Die erweisliche Tatsache, dass MOTORRAD mit einem halben Jahr Verspätung, und dann tendenziös, über das Thema berichtete, andere Fachzeitschriften aber viel früher und ausgewogen, sollte zur Vorsicht mahnen.

80.226.76.30 16:46, 29. Nov. 2006 (CET)




Ich habe Quellen und Einzelbelege von BMW und BMW-Mitarbeitern wie auch MOTORRAD gelöscht, wenn sie redundant und auch nicht nötig waren. Folgende Absicherungen von Aussagen im Text über MOTORRAD-Artikel sind von mir geprüft und nach kritischer Prüfung für i.O. befunden worden:
Waldemar Schwarz, Jörn Thomas: ABSolute Beginner. In: MOTORRAD. 26/02.
Norbert Kappes u.a.: Alpen-Masters 2006. 1. Teil. In: MOTORRAD. 17/06. 20-39.
Norbert Kappes u.a.: MOTORRAD sucht den Alpenkönig, Teil 2. In: MOTORRAD. 18/06. 20-41.
Stefan Kaschel: ABS - Der Stand der Dinge. In: MOTORRAD 19/06.
Thomas Schmieder: Bremslichtschalter der BMW R 1200 GS.Problem gelöst. In: MOTORRADONLINE. 10.09.04.
Gert Thöle: BMW-ABS-Rückruf. Blend-Wirkung. In: MOTORRAD. 28.04.2006.
Matthias Schröter: Top-Test Yamaha XJR 1300. Das Original. In: MOTORRAD. 01/04.
"Hatten Sie schon mal Probleme mit Ihrem BMW-Integral ABS?" Umfrage der Zeitschrift MOTORRAD
Es ist zu überlegen, ob die Umfrage herausgenommen werden sollte, denn es ist nicht klar, wie das Ergebnis zustandekam, wieviele Teilnehmer daran beteiligt waren, ob nur Besitzer von BMW Integral-ABS Motorrädern teilgenommen haben usw. Die Quelle muss bei kritischer Betrachtung raus oder die Aussage, die damit abgesichert wird, distanzierter formuliert werden. I_N_T_E_R_C_E_P_T_O_R_27 02:49, 30. Nov. 2006 (CET)


Artikel [Bearbeiten]Der Artikel ist bestimmt lesenswert. Es muss aber aufgepasst werden, dass er nicht den Charakter einer reinen Firmenschrift hat. Es muss besser eingeordnet werden in welchem Verhältnis die BMW-Bremse zu den am Markt vorhandenen Bremssystemen steht, vor allem auch in theoretischer und systematischer Hinsicht. Sonst wird es eine reine Werbung für BMW. Dass heist der Ansatzpunkt für die Vormulierungen muss zunächst allgemeiner sein. Nicht BMW hat sich zum Ziel gesetzt eine ganz neue Bremse zu entwickeln, welchen weg beschritt die Firma?, sondern unter den automatischen Bremssystemen der Kategorie A-F nimmt die elektronische Bremse von BMW eine Sonderstelleung ein. (etwas in der Art) Aus diesem und jenem Grund. Dann die Einezlheiten usw. Es soll ja ein Enzykloädieartikel daraus werden. Was ist "BMW Motorrad". Da muss entweder eine typographische Auszeichnung besser eine kurze Erläuterung hin, dass es eine Firma ist, am besten natürlich eine Verlinkung zu einem entsprechenden Artikel uund nicht nur zu BMW hin. Müssen die umfangreichen Quellenangaben sein? Kann man das nicht auf das Wesentliche reduzieren? Die letzten drei Zeitschriften konnte ich nicht finden, kann da bitte wenigstens der Erscheinungsort mit ran. Falls vorhanden die ISSN. Gruß--Löschfix 17:39, 29. Nov. 2006 (CET)

Also die BMW-Bremse hat zu dem am Markt vorhandenen Bremsen bei Motorrädern den Anspruch, eine Superbremse zu sein, wenn vom ersten Integral-ABS die Rede ist. Und das wurde doch in der Einleitung dargelegt, dass diese Superbremse selbst Unfähigen Motorradfahrern zu guten Bremswegen bei Geradeausfahrten verhelfen soll. Es ist eine Bremse, die den Anspruch hatte, idiotensicher zu sein. Und genau das wurde neutral in der Einleitung dargestellt. Übrigens auch in den Quellen vom Hersteller BMW Motorrad. Dass diese Superbremse am Markt genauso versagt hat, wie die Superbremse SBC bei Mercedes, ist eine ganz andere Sache. Ich finde die umfangreichen Quellenangabeen gut, damit sich jeder Leser selbst ein Bild machen kann. Grundsätzlich stimme ich zu, dass eine Quellenkritik bei BMW Motorrad, Motorvision und MOTORRAD nötig ist. Ich schaue mir das mal an. Ansonsten sind Deine Bemrkungen richtig, man müsste eine bessere Einführung - in Deinem Sinne - finden, ich formuliere im Diskussionteil mal frei: "BMW Motorrad lagen Untersuchungen vor, nach denen ungeübte Fahrer selbst nach ausgiebigem Training mit ABS (!) Bremsen nur in der Lage waren, deren Leistungsfähigkeit zu 80% zu nutzen. Aus diesem Grund sollte eine Superbremse entwicklelt werden, einzigartig auf dem Markt, die auch völlig ungeübte Fahrer in die Lage versetzen sollte, ihre Bremsanlage zu 100% zu nutzen. Dazu wurden - wie im Automobilbau - aufwändige Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme implementiert... " 80.226.175.220 18:56, 29. Nov. 2006 (CET)
Nein, Deine Ausführungen gehören schon in den hinteren Abschnitt der kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Wir sind eine Enzyklopädie und daher sollten wir unser Augenmerk verstärkt auf die Erklärung und Einordnung von Begriffen lenken. Ich habe das mal versucht (in der Einleitung) bin aber kein Fachmann, also bitte korrigieren, wenn es nicht richtig ist. Ich will ersteinmal wissen, was für eine Bremse hat da BMW entwickelt, wo ist sie einzuordnen, von welchem Typ ist sie. Dann erst kann man erörtern, dass sie einen Sonderweg beschritten, dass sie Spitzenleistungen erreichen wollten, das das gescheitert ist. Ein Enz-art. ist ja keine Besprechung in einem Fachblatt, auch keine Firmenschrift oder ähnliches, sondern eben die Erklärung von Dingen, die weitgehend auf der Erörterung von Begriffen fußen sollte. Sie sollte zumindest in der Einleitung den Gegenstand auch völlig Fachfremden erläutern, also jemand der sich ausschließlich für Kunstgeschichte interessiert, sollte hier erfahren können worum es geht. Den Begriffen Integral, ABS etc. pp kann er aber meist nichts abgewinnen. Also, was ist das für ein Bremssystem?, ist das einmalig?, oder haben andere ähnliche Entwicklungen geleistet? Handelt es sich hier um ein vollelektronisch computergesteuertes System usw. Mehr allgemeine Einordnungen an den Anfang, dann die spezielle Erörterung







the_cleaner


04.12.2006 10:27
RE: Wikipedia Artikel über Integral-ABS: LÖSCHKANDIDAT antworten

Es gibt auch noch weitere interessante Artikel bei Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Neurose

Unter Neurosen wird eine Gruppe von psychischen Störungen verstanden. Speziell in der Psychoanalyse und der Psychiatrie der Freud'schen Schule und deren Nachfolgern wird angenommen, dass eine Neurose durch einen inneren, unbewussten Konflikt zwischen dem Es und dem Über-Ich entsteht. In diesem Konflikt kann es zu einem Zusammenbruch des Ichs kommen. Die Funktionsfähigkeit des Ichs wird durch die Abwehrmechanismen aufrechterhalten. Dies kann ebenso wie der Konflikt selbst zu der neurotischen Symptombildung führen. Das psychoanalytische Modell zur Neurosenentstehung nach Freud wird Konfliktmodell genannt. Eine Persönlichkeitsstörung (Charakterneurose), welche zumeist Ich-synton ist, wird durch eine frühe Störung in der narzisstischen Entwicklung ausgelöst.

Die Primärtheorie von Arthur Schopenhauer erklärt die Neurose in gänzlich anderer Weise als die klassische Freud'sche Schule. In der Primärtheorie versucht ein Kind psychische Konflikte zwischen natürlichen Bedürfnissen (Es) und diesen natürlichen Bedürfnissen entgegen stehenden Lebensbedingungen (im weitesten Sinne als Über-Ich zu verstehen) dadurch zu lösen, dass es die Bedürfnisse aus dem bewussten Erleben verdrängt. Im Alter von etwa 6 Jahren, was je nach Lebensbedingungen variieren kann, gewinnt das Kind die grundsätzliche Erkenntnis, dass es mit seinen natürlichen Bedürfnissen niemals anerkannt wird. Dies führt zu einem sogenannten "Umkippen". Die Tendenz zur Verdrängung von Bedürfnissen nimmt ab diesem Zeitpunkt überhand und wird im primärtherapeutischen Sinne als neurotisch bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Theorie
2 Neuere Klassifikationssysteme
3 Siehe auch
4 Weblinks



Theorie [Bearbeiten]Die Neurose ist eine allgemeine psychische Verhaltensstörung von längerer Dauer. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie erst im Laufe der Entwicklung entstanden ist. Zur Bestätigung solcher Diagnosen müssen organische Störungen als Ursache des Fehlverhaltens ausgeschlossen werden. Seine ihm charakteristischen Verhaltensstörungen vermag der Neurotiker nicht zu kontrollieren, er ist sich seines Leidens jedoch bewusst und an sich fähig, dessen Ursachen zu ergründen. Gemäß Freuds Theorie führt dieses geistige Streben zu ersten therapeutischen Ergebnissen, vor allem in Anwendung der Traumanalyse. Der Psychotiker ist dazu tendenziell außerstande. Die Übergänge zur Neurose sind jedoch fließend. So stellen zum Beispiel auch die Träume der Gesunden ("normalen" Neurotiker) nach Freud im weitesten Sinne "psychotische" Vorgänge dar, infolge des im Schlaf momentan geschwächten Ich-Vermögens die im Traum erlebte Realität von der den Träumer umgebenden Wirklichkeit zu unterscheiden.

Viele Zwangsstörungen (z. B. "Waschzwang") oder die Phobien (z. B. Soziophobie) werden von Befürwortern des Begriffs zu den Neurosen gezählt. Als differentialdiagnostisches Kriterium zur Abgrenzung von der Psychose gilt unter anderem auch, dass die Neurotiker ihre Zwänge als in ihnen selbst liegend zu erkennen vermögen, während die von einer Psychose Betroffenen im akuten Fall an dem Unvermögen leiden, ihre innere Situation ('Stimmen hören' u.ä.) von der umgebenden Realität zu differenzieren.

Ein Auszug aus der "Neurosenlehre" von Alfred Adler 1913:

Jede Neurose kann als ein Versuch verstanden werden, sich aus einem Gefühl der Minderwertigkeit zu befreien, um ein Gefühl der Überlegenheit zu gewinnen. Der Weg der Neurose führt nicht auf die Linie der sozialen Aktivität, zielt nicht auf die Lösung der gegebenen Lebensfragen, mündet vielmehr in den kleinen Kreis der Familie und erzielt die Isolation. Der Wirklichkeit zum großen Teile abgewandt, führt der Nervöse ein Leben in Einbildung und Fantasie und bedient sich einer Anzahl von Kunstgriffen, die es ihm ermöglichen, realen Forderungen auszuweichen und eine ideale Situation anzustreben, die ihn einer Leistung für die Gemeinschaft und der Verantwortlichkeit entzieht. Diese Enthebungen und die Privilegien der Erkrankung, des Leidens, bietet ihm den Ersatz für das ursprüngliche, riskante Ziel der realen Überlegenheit. So stellt sich die Neurose und die Psyche als ein Versuch dar, sich jedem Zwang der Gemeinschaft durch einen Gegenzwang zu entziehen. Letzterer ist derart zugeschnitten, dass er der Eigenart der Umgebung und ihren Forderungen wirkungsvoll entgegentritt. Der Gegenzwang hat einen revoltierenden Charakter, holt sein Material aus geeigneten affektiven Erlebnissen oder aus Beobachtungen, präokkupiert die Gedanken-die Gefühlssphäre mit solcher Regung, aber auch mit Nichtigkeiten, wenn sie nur geeignet sind, den Blick und die Aufmerksamkeit des Patienten von den Lebensfragen abzulenken. Auch die Logik gelangt unter die Diktatur des Gegenzwangs. Dieser Prozess kann bis zur Aufhebung der Logik, wie in der Psychose, gehen. Alles Wollen und alles Streben des Nervösen steht unter dem Diktat seiner Prestigepolitik, greift immer Vorwände auf, um Lebensfragen ungelöst zu lassen, und wendet sich automatisch gegen die Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls.
Es gibt verschiedene Grade dieser Zwänge, so dass nicht alle Patienten einer Behandlung bedürfen. Als subjektiv erleichternd wirkt sich die weite Verbreitung eines bestimmten Typs von Neurose in der jeweils betroffenen Kultur aus, der dadurch zur sozialen Norm wird. Dadurch wird das Gefühl sozialer Ausgrenzung beziehungsweise Minderwertigkeit (s.o.) abgeschwächt. Die Gleichsetzung solcher "Normalität" mit der Bedeutung des Begriffes "Gesundheit" wurde von Freud mit höchster Skepsis betrachtet.


http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangshandlung


Zwangshandlung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die Zwangshandlung ist eine Handlung, die sich im Rahmen einer Zwangsstörung dem Betroffenen unwillkürlich und gegen dessen Willen ständig aufdrängt. Beim Waschzwang beispielsweise verspürt der Betroffene den übermächtigen Drang, sich ständig die Hände oder den ganzen Körper zu waschen, sogar, wenn die Haut durch das Schrubben verletzt wird.

Der Zwangshandlung liegen oftmals Zwangsgedanken zu Grunde, die durch die Handlung abgewehrt werden (z. B. ständiges Waschen aus Furcht vor Bakterien und Schmutz). Der davon Betroffene hat eine Einsicht in seinen Krankheitszustand. Da er von seinen Zwangshandlungen allerdings nicht ablassen kann, erlebt er diesen Zustand als qualvoll.

Milde Zwänge, wie z. B. der Sammelzwang, lassen sich in das normale Leben eingliedern. Im Extremfall ist es für den Betroffenen nicht mehr möglich, zu arbeiten oder aus dem Haus zu gehen. Dies kann bei einem stark ausgeprägten Kontrollzwang, bei dem der Betroffene z. B. ständig die bereits verschlossene Tür kontrolliert, oder bei einem Putzzwang unablässig die Fliesen putzt, der Fall sein. Bei der Kleptomanie, dem Stehlzwang, kann der Betroffene mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Auch die Kaufsucht wird zu den Zwängen gerechnet, sie kann zu Überschuldung und zu Diebstählen von Geld führen.

Der Leidensdruck führt den Betroffenen häufig dazu, sich einem Psychotherapeuten anzuvertrauen.

Zu Zwangshandlungen gehören auch Handlungen im Zusammenhang mit Drogen




the_cleaner


04.12.2006 10:31
RE: Wikipedia Artikel über Integral-ABS: LÖSCHKANDIDAT antworten

Acuh die Abstimmung ist hochinteressant!

Die Seite Integral-ABS ist gesperrt, man kann nichtmal den Lösch-Baustein eintragen! 1. Der Artikel enthält deutliche Elemente der Theoriefindung. Es wird kritisch erörtert. 2. Der Artikel enthält Elemente von Propaganda. Die Behauptungen sind kontrovers und sind nicht mit wissenschaflticher Literatur abgesichert. 3. Der Artikel ist persönlich gefärbt und wirkt persönlich motiviert. 80.226.172.89 16:40, 3. Dez. 2006 (CET)

Sehr schön, ein Löschantrag von einer IP Adresse, von jemand der sich nicht einmal traut sich anzumelden. Es dürfte sich dabei um Marc Weiss handeln, der in der Newsgroup de.rec.motorrad gerade für eine Unterstützung des Löschantrages wirbt. In der Newsgroup ist dieser Marc Weiss an keinerlei sachlicher Diskussion über das Thema intressiert, nur an Polemik gegen den Author des Artikels. Ein so gut geschriebener Artikel mit soviel Verweisen auf Veröffentlichungen dazu sollte natürlich nicht gelöscht werden --Pege.founder 19:09, 3. Dez. 2006 (CET)

Theater bitte beenden, am Artikel kann aber noch eifrig getunt werden... --84.178.181.206 19:20, 3. Dez. 2006 (CET)

behalten, das Thema ist durchaus interessant. Leider hällt der Hauptschreiber nichts von einer neutralen Abhandlung. Ich wäre dafür LSs und ähnliches von PS grundsätzlich nicht mehr zuzulassen und auch eine Mindestexistenzdauer des Accountes vorauszusetzen. --Stefbuer 21:27, 3. Dez. 2006 (CET)--Stefbuer 21:27, 3. Dez. 2006 (CET)

Das Thema hat in Wikipedia nichts zu suchen! Um die Angelegenheit kümmern sich schließlich zwei deutschen Behörden: Die Untersuchung des die Aufsicht führenden Kraftfahrtbundesamtes (KBA) über das BMW Motorrad Integral-ABS (FTE automotive) hat das AZ: 414-771/0964/04. Da ist bekannt, dass dem KBA wegen Unfällen mit Motorrädern, die mit Integral-ABS ausgestattet waren, und bei denen als Unfallursache das Integral-ABS vermutet wurde, ein Fall eines Schwerverletzten und ein Fall eines Toten vorliegt. In Deutschland gilt das Informationsfreiheitsgesetz: Jeder Bundesbürger kann auf der Basis von § 1 Abs. 1 IFG diese Information beim KBA bekommen. Beide Fälle sind auch der Staatsanwaltschaft München I bekannt. Diese führt umfangreiche Ermittlungen seit Anfang Februar 2006 wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Unbekannt. Im August 2006 wurden eine Handvoll BMW Motorräder mit Integral-ABS bei Besitzern sichergestellt und per Abschleppunternehmen an einen unabhängigen Gutachter überstellt. Das Aktenzeichen bei der Staatsamwaötschaft lautet: AZ 490 UJs 702755/06. Dass darüber nicht öffentlich berichtet wird, das liegt an den korrupten Journalisten in den Nachrichtenmagazinen und in der Fachpresse. Der Artikel bei Wikipedia sollte hingegen nur den Ansprüchen an eine Enzyklopädie genügen, und nichts anderes. Ein Artikel in einer Enzyklopädie soll nicht die Wahrheit darstellen oder gar finden (Theoriefindung), sondern Theorien, Konzepte und Begriffe vorstellen und erläutern. Das Integral-ABS müsste in der (behaupteten) Funktion dargestellt werden. Das Darstellen der Tatsache, dass es gar nicht richtig funktioniert und vom Prinzip defekt ist, ist nicht zulässig. Insofern genügt der Artikel den Ansprüchen nicht, er müsste umgeschrieben werden. Das ist schwer möglich, daher muss er gelöscht werden. 80.226.144.12 21:49, 3. Dez. 2006 (CET)
Die IP hat recht. Ein Wikipedia-Artikel müsste völlig anders aussehen, das was da steht, sollte man löschen. --h-stt !? 22:09, 3. Dez. 2006 (CET)

Auch wenn ein Artikel noch anders aussehen müßte, so ist es doch unverantwortlich derart viel Information durch Löschen zu eliminieren. Wo hast Du denn deine Verantwortung für die WP her, Herr Admin? Unsere Verantwortung besteht darin, alles relevante Wissen hier enzyklopädisch darzustellen. Und zur IP: Umschreiben ist immer möglich, die Hinweise wie man das auf enzyklopädische Weise macht, wurden bereits gegeben. Die Kritik ist natürlich berechtigt und die Polemik muss raus. Die Oben gegebenen Hinweise zu den Ermittlungsverfahren sind doch wunderbare Fakten, die man im artikel erwähnen kann. Haben wir kein Portal Technik???--Löschfix 22:21, 3. Dez. 2006 (CET)
Laufende Ermittlungsverfahren sind kein Thema für eine Enzyklopädie. Sie sind so ziemlich das Gegenteil von etabliertem Wissen. Die Verantwortung für die enzyklopädische Qualität der Wikipedia gebietet es, solche Auswüchse schnell zu beseitigen. Wir sammeln hier nicht Daten, sondern wir bereiten sie auf und stellen Wissen dar. Dieser Artikel enthält kein Wissen, also kann er weg, gerne auch schnell --h-stt !? 22:35, 3. Dez. 2006 (CET)
Behalten Die wichtigsten Fakten sind durch eine Vielzahl von Quellen belegt. Sollte aber weiter ausgebaut werden. --Rolf-Dresden 22:43, 3. Dez. 2006 (CET)
Antrag auf SCHNELL-LÖSCHUNG. Mit dem "Artikel", es ist ja gar keiner, wird die Wikipedia als Propaganda-Plattform mißbraucht. Eigentlich der Wahnsinn, dass das nicht schon viel früher aufgefallen ist. Hier ein Beispiel, wie ein richtiger Artikel zum Thema aussieht: So macht man's richtig! 80.226.144.12 23:03, 3. Dez. 2006 (CET)

Man beachte vor allem dort ganz unten: Quelle: BMW. Nachtigall, ich hør dich trappsen... --Kantor Hæ? +/- 23:21, 3. Dez. 2006 (CET)
Behalten
Schaut mal alleine unten bei den Quellenangaben, da hat sich jemand Mühe gemacht Infos zusammen zu suchen. Man kann den Artikel überarbeiten, um ihn möglichst neutral zu machen. Löschen wäre über das Ziel hinaus schiessen. Bitte Thema von allen Seiten beleuchten und kritische Stimmen zulassen. Danke. 212.95.112.124 (IP nachgetagen von Korrekturleser 23:38, 3. Dez. 2006 (CET)]

Behalten
Der Artikel hat, wie jeder andere Artikel auch, Verbesserungspotenzial. Dieses Potenzial sieht doch wirklich jeder, auch was Struktur, Sprache und Syntax anbelangt. Den Artikel zu löschen, halte ich für verfehlt. Nicht, weil in dem Artikel viel Arbeit steckt, denn das ist nicht das Maß, sondern weil vor dem Löschen andere, mildere Möglichkeiten nicht ausgenutzt wurden! Selbst der Hauptkritiker des Artikels Stefbuer, der immer wieder den Neutralitätsbaustein setzte, spricht sich gegen Löschung aus! Korrekturleser 02:12, 4. Dez. 2006 (CET)

Mir egal, ob der Artikel gelöscht wird
Ich möchte mal was zu den Quellen sagen. Mir liegen alle Veröffentlichungen vor, d.h. sie liegen auf meinem Schreibtisch. Beim zitieren der Zeitschrift MOTORRAD war ich extrem kritisch. Diese Zeitschrift hat im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Thema Integral-ABS bereits zweimal eine Maßnahme vom Deutschen Presserat erteilt bekommen. Am 12.09.2006 wurde ein Hinweis vom Deutschen Presserat gegenüber der Redaktion der Zeitschrift MOTORRAD ausgesprochen, da diese mit der Veröffentlichung des Artikels BMW-ABS-Rückruf - Blend-Wirkung. am 28.04.06 gegen das Gebot der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit nach Ziffer 1 des Pressekodex verstoßen hatte. "Nach Ansicht des Gremiums wäre es notwendig gewesen, nach der Mitteilung über die Einstellung des Verfahrens gegen drei BMW-Manager die Leser darüber zu informieren, dass danach Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen wurden. Dadurch wäre dem Leser klar geworden, dass lediglich die Ermittlungen gegen drei konkrete Personen eingestellt wurden." Am 14.09.2006 erfolgte ein weiterer Hinweis, da die Redaktion mit der Veröffentlichung des Artikels Komplexe Systeme in MOTORRAD 17/2005 gegen Ziffer 2 des Pressekodex verstoßen hatte. Liest man aufmerksam die Zeitschrift MOTORRAD, sind tendenziöse Darstellung zu ABS Sytemen aller Hersteller zu finden, die Kritik an den Sytemen und an der Technologie überhaupt hält sich in Grenzen. MOTORRAD hat nachweislich erst im Sommer 2005 über das Thema berichtet, und auch da nur tendenziös. Während TOURENFAHRER bereits im Januar 2005 publizierte, und das MOTORRAD MAGAZIN MO im März 2005. Über den Rückruf der Bedienungsanleitungen gibt es keinerlei Berichterstattung bei MOTORRAD. Es gibt nur einen einzigen kritischen und fundierten Artikel von MOTORRAD, und der ist in Ausgabe 10/2004 enthalten, der Journalist heißt Waldemar Schwarz und hat einen erheblichen Mangel der Hinterrad-Abhebeerkennung auf der FTE automotive Teststrecke (Sägezahnstrecke) sauber reproduzieren können, und zwar mit aufwändigem Datarecording. Auf seinen Befund hin, die sporadischen und dramatischen Bremswegverlängerungen um 12 Meter, wurde in der Folge nie wieder von MOTORRAD bezug genommen. Von Waldemar Schwarz gibt es seitdem keine Veröffentlichungen zu Tests usw. von ABS Systemen mehr. Das gibt Anlass zu Spekulationen, wenn man sich mit Quellen auseinandersetzt. Die Zeitschrift MOTORRAD war z.B. in eine Kampagne mit dem Titel Besser Bremsen eingebunden. Hauptsponsor dieser PR-Kampagne war die Firma FTE automotive. Das ist der Hersteller des BMW Motorrad Integral-ABS! Im Übrigen ist die Regierung, das BMVBS, ebenfalls an dieser von FTE-Kampagne beteiligt gewesen. Deren untergordnet Behöre BAST hatte eine Studie bei der FH Darmstadt in Auftrag gegeben, und die Studie ist total super ausgefallen für ABS und Kombibremsen. Nun, man musste am Ende auch BMW und FTE automotive ausführlich danken, für Know-How, Equipment und Motorräder... . Soviel nur zur kritischen Quellenarbeit, die ich betrieben habe. Es gibt niemanden, der sich gegen MOTORRAD als Quelle ausgesprochen hat, aber man hat sich gegen MOTOR-KRITIK als Quelle ausgespochen. Seltsam, denn MOTOR-KRITIK hat weder mit BMW, noch FTE, noch der Regierung etwas zu tun. MOTOR-KRITK ist Journalismu

der general ( Gast )
Beiträge:

13.12.2006 10:30
#3 RE: Deutsche Wikipedia sperrt Lemma "Integral-ABS" antworten

huch, das ich den ganzen Mist sogar als Surfer schon mal geschrieben hab fällt mir grad auch auf.

Hallo,

die Tendenz, dass viele neue Motorräder in Deutschland nur noch mit dem aktiven Sicherheitssystem ABS erhältlich sind, in anderen Ländern aber weiterhin Wahlfreiheit besteht, kann niemandem entgangen sein. Wie gefährlich die Technologie ist, zeigte sich am BMW Integral-ABS. Die Probleme werden zunehmen, das KBA hat in der Sache inzwischen Kenntnis von Schwerverletzten und Toten, die Untersuchungen dauern an.

Es gibt nun auch bei anderen ABS-Systemen Probleme, das MOTORRAD MAGAZIN MO wird in Ausgabe 1/2007 am 13.12.2006 die Leser darüber unterrichten. Eine Vorabmedlung gab's in de.rec.motorrad: Aufruf



In Antwort auf:
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Ich weiß, dass die ABS-Diskussion meist viel zu überemotional geführt wird
und MO außerdem ein bisschen im Ruf steht, dagegen zu sein, aber es geht mir
jetzt um möglichst zielgerichtete Problemfindung.

Es geht um das neue Bosch-ABS ABS8M. In der nächsten MO, die ab Mitte
Dezember ausliegt, gibt es dazu einen Leseraufruf, dem ich hier im Usenet
mal vorgreifen will. Bei unserer Kawasaki ER-6f hatten wir mit diesem System
eine lange Radblockade ohne Warnlampe. Neu gestartet, ging wieder. Der
Fehler war seltsam, trat im Folgenden aber nicht mehr auf. Dann hatten wir
dasselbe Problem bei jeweils einer BMW F 800 S und einer F 800 ST, bei
letzterer sogar zweimal. Weder wir noch die Hersteller konnten den Fehler
reproduzieren, und das System erkennt selbst keine Fehlfunktion, sonst hätte
es die Warnlampe angeschaltet. Und weil das System keinen Fehler erkennt,
gibts auch nix zum Auslesen aus dem Fehlerspeicher.

Das nächste ist eher ein Hersteller-, als ein Zuliefererproblem: Mit BMW F
800 und Kawasaki ER-6 passierten hier im Raum Stuttgart in Fahrschulen
ansatzlose Überschläge bei Bremsungen aus 50 km/h, eine davon sogar bei der
Prüfung. Bei den uns bekannten Fällen wurde zum Glück niemand ernsthaft
verletzt. Die Fahrlehrer, mit denen ich geredet habe, sind außer verärgert
vor allem verunsichert, weil sie ihren Schülern nicht mehr sagen können
"Einfach voll reinlangen".

Ich will nix schlechtreden, es geht wie gesagt darum, zusammen mit den
Herstellern zu Lösungen zu gelangen. Vor allem für die Anfänger und
Fahrschüler wär mir das wichtig, die sollen sich ja aufs ABS verlassen
können. Wenn also jemand Ähnliches mit eben diesem ABS-System erlebt hat und
das am besten reproduzieren kann, der poste doch mal hier und/oder schreibe
an leserbriefe oder redaktion bei mo-web.de. Das mit der Reproduktion der
Stoppies ist relativ einfach, hauptsächlich geht es mir um die mysteriösen
Ausfälle. Kann mir da keinen rechten Reim drauf machen.

Die betroffenen Motorrad-Modelle derzeit sind: BMW R 1200 S, BMW F 800 S und
ST, Kawasaki ER-6n, ER-6f und Versys, KTM 990 Adventure, Moto Guzzi Breva
850 und Breva 1100 sowie die Norge 1200 und Suzuki V-Strom 650 (2007). Auf
der Intermot hab ich von den entsprechenden Herstellern weitere mögliche
Kandidaten gesehen. Einfach mal im Hinterkopf behalten, wenn man die
entsprechenden Modelle fährt.
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Das muss eine ganz geile Sache sein, sich im Vertrauen auf ABS auf die Fresse zu packen, und später wird kein Fehler ausgelesen. :D

Surfer



Surfer


01.12.2006 18:09
RE: Bosch-ABS ABS8M - Ausfälle antworten

Das Integral-ABS (I-ABS) ist eine Motorrad-Bremsanlage von BMW Motorrad mit mehreren Fahrerassistenz- und aktiven Sicherheitssystemen. Der Grundgedanke der Assistenzfunktion Verbundbremse ist, dass eine optimale Bremswirkung nur dann erzielt wird, wenn Vorder- und Hinterrad gleichzeitig verzögert werden. Integralbremssysteme gibt es in zwei Ausführungen: Beim Vollintegral-Motorrad-Bremssystem wirken sowohl der Handbremshebel, als auch der Fußbremshebel gleichzeitig auf Vorder- und Hinterradbremse. Beim Teilintegral-System wirken der Handbremshebel auf Vorder- und Hinterradbremse und der Fußbremshebel nur auf die Hinterradbremse. Das Integral-ABS verfügt außerdem über eine ABS-Funktionalität, eine adaptive Bremskraftverteilung auf beide Räder, unter Berücksichtigung des Beladungszustands, sowie die Funktionalität, ein Abheben des Hinterrades bei einer Vollbremsung zu erkennen und dem entgegenzuwirken. Nur des erste Integral-ABS wurde zusätzlich mit einer Bremskraftverstärkung (BKV) für die Funktionalität Bremsassistent ausgestattet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Das erste Integral-ABS (FTE automotive)
1.1 Zielsetzung
1.2 Technik
1.2.1 ABS
1.2.2 Hinterrad-Abhebeschutz
1.2.3 Bremskraftverstärker
1.2.4 Restbremse
1.2.5 Wartung
1.3 Sonderzubehör
1.4 Medien-Berichterstattung
1.5 TV-Dokumentation
1.6 ADAC
1.7 Kraftfahrtbundesamt (KBA)
1.8 Staatsanwaltschaft
1.9 Produkt-Demonstrationen
1.9.1 Info-Veranstaltung am FTZ
1.9.2 Motobike (Motorvision)
1.10 Rückruf
1.10.1 Erhebliche Mängel für die Verkehrssicherheit
1.10.2 Aufrüstung auf neuesten Serienstand
1.11 Bewertung
2 Das zweite Integral-ABS (Continental Teves)
2.1 Technik
2.1.1 Hinterrad-Abhebeschutz
2.1.2 Störungen
3 Siehe auch
4 Quellenangaben
5 Fernsehdokumentation
6 Weblinks



Das erste Integral-ABS (FTE automotive) [Bearbeiten]
Zielsetzung [Bearbeiten]Das erste Integral-ABS (Herbst 2000 bis Mitte August 2006), gemeinsam entwickelt von BMW Motorrad mit dem Zulieferer FTE automotive, wies ein für Motorrad-Bremsen bis dahin nicht gekanntes Maß an elektronisch vernetzten Funktionen auf. Insgesamt vier Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme sollten das Bremsen komfortabler und sicherer machen: Ein Antiblockiersystem (ABS), eine Bremskraftverstärkung (BKV) für die Funktionalität Bremsassistent, eine Bremsen-Verbundfunktion (Integral) und ein Hinterrad-Abhebeschutz sollten auch dem unerfahrenen Fahrer eine Bremsanlage bieten, die es ihm ermöglichte, die volle Leistungsfähigkeit seiner Bremse bei Geradeausfahrten[1] auszunutzen.[2] Durch den BKV verminderte sich das Gefühl für die Bremse,[3] die Dosierbarkeit der Bremse war bei Anpassungsbremsungen und geringen Geschwindigkeiten erschwert,[4][5] und vor allem die Zielgruppe der unerfahrenen Fahrer war mit der Notlauffunktion, der Restbremse, überfordert;[6] eine Umgewöhnung beim Umstieg von anderen Motorrädern war aufgrund des BKV erforderlich.[5][6][7] Das Öffnen der Bremse bei welliger Fahrbahn bzw. Bergabfahrten und hartem Herunterschalten, wegen eines Phänomens des Hinterrad-Abhebeschutzes, irritiert heute noch.[4][8][9] BMW Motorrad erkannte „Akzeptanzprobleme“[2] bei den Kunden:[10]

„Die Gewöhnung an einige Systemeigenheiten gelingt offenbar nicht allen Kunden.“

– Dipl.-Ing. Jürgen Stoffregen, Leiter BMW Motorrad Produktkommunikation

Der Nutzen des technischen Aufwandes beim Integral-ABS im Vergleich zu Motorrad-Bremsen, die nur mit dem aktiven Sicherheitssystem ABS ausgestattet sind, ist weder durch eine vergleichende Unfallstatistik, noch wissenschaftliche Untersuchungen belegt.[11] Ende 2004 bezeichnete die US-Fachzeitschrift Motorcyclist Magazine das Integral-ABS als „fehlgeleitete Technologie“,[12] im März 2005 schrieb die deutsche Motorradzeitschrift MO von „zweifelhafter Innovation“,[6] und im September 2006 schrieb Europas größte Fachpublikation MOTORRAD von einem „Irrtum“.[13]


Technik [Bearbeiten]Das System basiert auf dem Staudruck-Verfahren.


ABS [Bearbeiten]Beim Motorrad-ABS geht es ausschließlich darum, Geradeaus-Vollbremsungen, unter Sicherstellung der Seitenführungskraft, kontrolliert bis zum Stillstand durchzuführen. Das Integral-ABS ist, wie jedes andere Motorrad-ABS, nicht kurventauglich.[14] Im Vergleich zu anderen ABS-Systemen weist das Integral-ABS grobe Regelintervalle auf, was mit deutlichen Vertikalbewegungen, gelegentlich als „Bocksprünge“ bezeichnet, einhergeht, die den Fahrer beim Ausbalancieren des Motorrads beeinträchtigen können.[15]


Hinterrad-Abhebeschutz [Bearbeiten]Der Hinterrad-Abhebeschutz senkt immer dann kurzzeitig den Druck im Vorderrad-Bremskreis, wenn die Auswertung der Sensorsignale signalisiert, dass das Hinterrad den Bodenkontakt verloren hat. Dies wird durch ein indirektes Verfahren anhand der Raddrehzahlen und durch Plausibilitätsvergleiche berechnet. Bei spezifischen Fahrbahnunebenheiten kann es kurzzeitig ebenfalls zu einem Lösen der Vorderrad-Bremsen kommen. Dieser Effekt tritt typischerweise beim Abbremsen zwischen Geschwindigkeiten um 60 und 70 km/h auf welliger Straße auf und wird durch die Regelungstechnik verursacht. Zudem wurden bei einer BMW R 1200 GS bei einer Messreihe aufgrund starker Verzögerungseinbrüche Bremswegdifferenzen von 12 Metern gemessen.[15] Bei dieser „unangenehmen Überraschung“ löst das Integral-ABS „die Bremse ungewöhnlich lang, das Motorrad legt einige Meter ungebremst zurück. Passiert das vor einer Kurve, kann es ganz schön kritisch werden.“[15] Dieser Mangel des Integral-ABS konnte auf der Testtrecke von FTE automotive, und zwar speziell auf der Sägezahnstrecke, einwandfrei reproduziert werden. Auch bei der letzten Evolution des Systems an der BMW R 1200 GS Adventure und an der BMW K 1200 GT wurde das Regelverhalten beim „Anbremsen bergab über Löcher und Wellen“ wegen grober Regelung und langen Öffnungszeiten bemängelt.[8] Das System irritiert „durch überraschende Regelfunktion“, kritisiert wird das „unangenehm lange“ Aussetzen der Bremse „besonders bergab“ im Zusammenhang mit Bodenwellen.[9] Bereits in einer Antwort von BMW an den ADAC am 24.11.2004 wurde diese Kritik und die damit verbundenen Probleme auf Akzeptanzschwierigkeiten der Kunden mit dem „spezifischen Systemverhalten“ zurückgeführt.[2]


Bremskraftverstärker [Bearbeiten]Beim Bremskraftverstärker (BKV) handelt es sich um die Funktion eines Bremsassistenten. Der Bremsdruck wird über zwei elektrische Pumpen (pro Radreis eine Pumpe) aufgebaut.[5] Der Druckaufbau soll sich gegenüber konventionellen Systemen verkürzen.[10]


Restbremse [Bearbeiten]Die Restbremse aktiviert sich bei jeder Art von Störungen des Systems. BKV, ABS und Verbundbremsen-Funktion stehen dann mehr zur Verfügung.[11] Die dann erzielbare Verzögerung ist abhängig von der Einstellung des Bremshebels, und davon, ob es sich um ein Modell mit schwacher Restbremskraft, oder verbesserter Restbremskraft handelt.[11] Ein Hinweis auf den Ausfall der Bremse erfolgt durch eine Warnlampe, sofern diese im Cockpit bemerkt wird,[11][16]. Die Effekte der Restbremse setzen unmittelbar ein, da kein Hochdruck vorrätig gehalten wird („Druckreservoir“). Die psychologische Auswirkung des Überraschungseffektes auf den Fahrer bedingt das Empfinden, keine Bremse mehr zur Verfügung zu haben,[17] zumal das Ansprechverhalten sich ändert.[18] Aufgrund der Komplexität des Systems gibt es zahlreiche mögliche Ursachen für einen Ausfall der Bremse.[10][11]

„Sobald die Elektronik irgendeine, auch kleine Unregelmäßigkeit registriert, geht sie auf Nummer Sicher und schaltet zurück...“

– Dr. Herbert Diess, Leiter BMW Motorrad

Ursachen können z.B. externe Störungen sein, an der Sensorik, den Bremslichtschaltern (z.B. auch verschobener Handschutz), Kabelbrüche, lose Steckverbindungen etc. und Fehler an der Elektronik (defekte Steuergeräte) oder den elektrischen Pumpen.[10][17] Der Bremshebel muss dann „über einen größeren Weg und mit mehr Kraft“ betätigt werden „als bei einer konventionellen Anlage“,[19] und das Ansprechverhalten der Bremse ändert sich signifikant.[18] Die dazu nötige Handkraft und der entsprechende Hebelweg wird bisweilen als „beinahe unzumutbar hoch“ beschrieben.[5] Modellspezifisch liegt die maximale Bremsleistung, nur bei günstiger Einstellung des Bremshebels, zwischen maximal 5 und 7 m/s².[20] Bei anderen Bremshebeleinstellungen, z.B. aus ergonomischen Gründen, wird die gesetzlich geforderte Mindestleistung von 2,5 m/s² erreicht. Die aufzubringende Handkraft hierzu verdoppelt sich auf 200 Newton.[21] Fast 10 m/s² sind bei funktionierendem Integral-ABS und sehr geringen Bedienkräften möglich.[13] Die Abweichung von gewohnter Handkraft zu notwendiger Handkraft bei Restbremsfunktion ist so überwältigend, dass zahlreiche Fahrer den Ausfall des BKV als vollständigen Defekt der Bremsanlage wahrnehmen „und entweder gar nicht, zu spät oder nur schwach die Restbremsfunktion aktivieren können.“[5]

Restbremse bedeutet eine mindestens 50prozentige Minderung der Bremsleistung bei den Modellen mit herkömmlicher Restbremskraft (z.B. R 1150 GS). Bei den Modellen mit verbesserter Restbremskraft handelt es sich um eine mindestens 30prozentige Minderung der Bremsleistung (z.B. R 1200 GS). Eine etwa 75prozentige Minderung der Bremsleistung tritt ein, wenn der Bremshebel in den beiden unteren Positionen betrieben wird.

(A) gesetzlich geforderte Mindestverzögerung: 2,5 m/s² bei 200 Nm Handkraft, Bremsweg 154,32 m
(B) Restbremse: 5 m/s² bei ca. 170.000 alten Modellen bei 200 Nm (= doppelter)[21] Handkraft, Bremsweg 77,16 m
(C) Restbremse: 7 m/s² bei ca. 130.000 neuen Modellen (mit CAN-BUS) bei 200 Nm (= doppelter)[21] Handkraft, Bremsweg 55,11 m
(D) Integral-ABS: 9,93 m/s² bei normaler Handkraft, Bremsweg 38,90 m (BMW K 1200 GT, '06)[22]
(E) Motorrad-Bremse: 10,10 m/s² bei normaler Handkraft, Bremsweg 38,19 m (YAMAHA XJR 1300, '04)[23]
Bremswege (m) 100 km/h 150 km/h 200 km/h 250 km/h 280 km/h
2,5 m/s² 154,32 347,22 617,28 964,5 1209,87
5 m/s² 77,16 173,61 308,64 482,25 604,93
7 m/s² 55,11 124,00 220,45 344,64 432,09
9,93 m/s² 38,85 87,41 155,40 242,82 304,60
10,10 m/s² 38,19 85,94 152,79 238,73 299,47


Wartung [Bearbeiten]Die ordnungsgemäße Wartung der Bremsanlage wie Bremsflüssigkeitswechsel Steuerkreis / Radkreis bzw. Entlüftung kann nur in Werkstätten durchgeführt werden, die über die speziellen Diagnose- und Wartungsgeräte des Herstellers BMW Motorrad verfügen. Herstellerseitig besteht die Besorgnis über nicht ordnungsgemäße Wartung aus dem Grund,[10] weil ein nicht ordnungsgemäß entlüftetes Integral-ABS zwar aufgrund von Kompensationseffekten der Pumpe einwandfrei funktioniert, aber bei Störungen des Systems zum Ausfall der Restbremskraft führen kann.[19] Die Wartungsvorschrift lautet, dass der Wechsel der Bremsflüssigkeit im Radkreis jedes Jahr und im Steuerkreis alle zwei Jahre vorzunehmen ist (z.B. R 1150 GS). Nur bei BMW Motorrädern, die bereits werkseitig mit stahlummantelten Bremsschläuchen ausgeliefert wurden (z.B. R 1200 GS), sind die Intervalle zum Austausch der Bremsflüssigkeit verlängert worden. Der Wechsel der Bremsflüssigkeit im vorderen und hinteren Radkreis ist nur noch alle zwei Jahre vorzunehmen, im Steuerkreis ist der Wechsel nur noch alle vier Jahre erforderlich. In den Formularen für den BMW Motorrad Bremsencheck ist am Ende aufgeführt, dass eine Systemüberprüfung mindestens einmal jährlich, im Rahmen der Inspektions- und Wartungsarbeiten, erfolgen sollte. Insgesamt sind die Wartungskosten gegenüber dem Vorgängersystem (ABS II) und dem Nachfolgesystem (Integral-ABS von Continental-Teves) aufgrund der systembedingten Komplexität erhöht.


Sonderzubehör [Bearbeiten]Das Modell BMW R 1200 GS war bei Markteinführung nicht mit einer Motorrad-Bremsanlage ohne Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme erhältlich. Das optionale Sonderzubehör Integral-ABS (damaliger Aufpreis 1.040 Euro) musste mitbestellt und bezahlt werden. Obwohl BMW Motorrad dieses Modell in der Basis-Version anbot, und Kaufverträge entsprechend zum Abschluss gebracht wurden, wurden Bestellungen nicht ausgeführt.[24][25] Nach ungefähr einem Jahr waren R 1200 GS Motorräder ohne das Sonderzubehör Integral-ABS käuflich und lieferbar. Bei der Markteinführung der BMW K 1200 S wurde dieses Sonderzubehör erstmalig serienmäßig verbaut.[26] Auf Kundennachfrage war gegen einen Abschlag von 700 Euro die Ausstattung mit einer Motorrad-Bremsanlage ohne Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme möglich.


Medien-Berichterstattung [Bearbeiten]Die Anfälligkeit des Systems war BMW Motorrad spätestens seit August 2004 bekannt.[27] Eine erste Stellungnahme durch BMW erfolgte am 10. September 2004.[28] Am 13. September 2004 beschwerte sich der Leiter der Qualitätssicherung bei BMW Motorrad in einer internen E-Mail über den „unbefriedigenden Zustand der Komplexität unseres Bremssystems“, und weiter:[10][18][27]

„Das System ist in seinen Auswirkungen und Rückfallebenen ungenügend konzipiert.“

– Dr. Robert Kahlenberg, Leiter der Qualitätssicherung bei BMW Motorrad

Im November 2004 wurde bekannt, dass ab März 2004 alle neuen Modelle mit „um bis zu einem Viertel“[20] in der Leistung verbesserter Restbremskraft ausgeliefert wurden.[12] Diese Modifikation in der Serie wurde aufgrund der Auseinandersetzungen „beim Rückfall in die Restbremsfunktion“[2] durchgeführt. Die „gesteigerte Restbremswirkung“[7] sollte praxisgerechter und sicherer sein.[29] Die Welt berichtete im Dezember 2004 erstmals in Zahlen über „nicht regelgerecht funktionierende ABS-Bremsen“ sowie „mehrere hundert Fälle“ von Kundenbeschwerden.[11], wurde aber aufgrund insgesamt verfehlter Darstellung kritisiert.[30] Mitte Januar 2005 berichtete TOURENFAHRER als erste Fachzeitschrift über das Thema,[5] und durchbrach damit die Zurückhaltung der Fachpresse.[31] Im März 2005 erschien das MO-Sonderheft "BMW-MOTORRÄDER" Nr. 13 mit der bis heute umfassendsten Darstellung des Themas.[7] Anfang Juni 2005 berichtete das Verbrauchermagazin M€X des Hessischen Fernsehens in Zusammenarbeit mit dem ADAC über den ersten Verletzten mit einer BMW K 1200 S wegen des Ausfalls des ABS.[32] In der Folge informierten auch das Nachrichten-Magazin Der Spiegel und die ARD-Sendungen Plusminus und Tagesschau die breite Öffentlichkeit. Im März 2005 wurde noch behauptet, der Ausfall des BKV habe nicht zu Unfällen geführt:[10]

„Uns ist bis heute kein ... Unfall [bekannt], für den als unmittelbare Ursache der Ausfall der Bremskraftverstärkung verantwortlich wäre.“

– Dipl.-Ing. Jürgen Stoffregen, Leiter BMW Motorrad Produktkommunikation

Zwischenzeitlich war BMW „tausend weiteren Beschwerden“[33] nachgegangen, und bestätigte Unfälle, nämlich dass es wegen des Ausfalls des Bremskraftverstärkers „keine ernsten Unfälle“[2] oder „Unfälle schwerer Art“[34] gegeben habe. BMW klärte im September 2005 mit einem Zusatz zur Bedienungsanleitung „über den korrekten Umgang mit dem Integral-ABS“[35] und „über die Risiken bzw. Grenzen des Systems“[35] auf.[36]


TV-Dokumentation [Bearbeiten]In der TV-Dokumentation Long Way Round ist das Systemverhalten der Restbremse an einem Modell dokumentiert, an dem der „sichere Zustand“[37] dieser „Grundfunktion“[37] noch nicht in der Serie verbessert wurde.[12] Ewan McGregor hält dabei fest, dass die Bremsen dann gar nicht funktionieren, oder blockieren, dass also eine Handhabung für „Normalfahrer“[37] nicht möglich ist.[38] Der Vorfall ereignete sich im Juni 2004.


ADAC [Bearbeiten]Innerhalb eines Monats nach Beginn einer ADAC-Umfrage Anfang Juli 2005 waren bereits 80 Fälle über den Ausfall der Bremskraftverstärkung unter den Bedingungen des öffentlichen Straßenverkehrs bekannt geworden.[20] Seitdem sind über die Presse keine neuen Zahlen mehr veröffentlicht worden. Und entgegen der Zusicherung des ADAC, „Man werde die Ergebnisse aber zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlichen“,[21] fand seitdem zu keiner Zeit eine Bekanntgabe statt. Der ADAC wies darauf hin, dass Besitzer im Zweifel ihr Motorrad nur verkaufen könnten, und sich „unter Umständen besser nach einer anderen Maschine umschauen könnten.“[39]


Kraftfahrtbundesamt (KBA) [Bearbeiten]Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) leite im August 2004 eine Untersuchung ein, die im April 2006 geschlossen wurde.[40] Das KBA hatte keine Möglichkeit oder Notwendigkeit gesehen, mit Maßnahmen (z.B. einen Rückruf) nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz in der Sache BMW Motorrad Integral-ABS tätig zu werden. Mitte Juli 2005 leitete auch die französische Behörde DGCCRF eine Untersuchung ein.[41]


Staatsanwaltschaft [Bearbeiten]Im Frühjahr 2005 leitete die Staatsanwaltschaft München I auf die Strafanzeige eines Käufers gegen drei BMW Manager sowie zwei Manager einer Zubehör-Firma hin,[42] in der kein Delikt benannt war, selbstständig Ermittlungen zunächst wegen Betrugs[42] und später auch Straßenverkehrsgefährdung[43] ein: „Er hat geschildert, daß nach seinem Wissen das Bremssystem nicht richtig funktioniert.“[44] Der Motorradfahrer sei nach eigenen Angaben mit dem bemängelten Bremssystem verunglückt, und habe von ähnlichen Fällen bei anderen BMW-Fahrern berichtet.[43] Nach Angaben von BMW habe der Kunde „einige Dutzend Fälle“ zusammengetragen, bei denen es zu Ausfällen mit dem Integral-ABS kam, und diese zur Anzeige gebracht.[45] Mitte Juni 2005 ließ BMW verlauten, man sähe den Ermittlungen „gelassen entgegen“.[42] Diese Ermittlungen – sie richteten sich auch gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, Helmut Panke,[42][46] – wurden Ende Januar 2006 eingestellt. Die unmittelbar darauf eingeleiteten Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Unbekannt Anfang Februar 2006 sind noch nicht abgeschlossen.[47]


Produkt-Demonstrationen [Bearbeiten]BMW Motorrad verfolgte zwei Ziele bei den Produkt-Demonstrationen. Als erstes sollte dargestellt werden, dass ABS-Ausfälle nur auf Sicherheitstrainings vorkommen können. Als zweites sollte dargestellt werden, dass die Aktivierung der Restbremse keinen Einfluss auf die Bremsleistung hat:[20]

„Unsere Grundbremse bietet dem Fahrer die gleichen Bremsleistungen wie eine andere normale Motorradbremse“

– Dipl.-Ing. Peter Müller, Leiter BMW Motorrad Entwicklung und Baureihen


Info-Veranstaltung am FTZ [Bearbeiten]In der letzten Juli-Woche 2005 fand eine 2-tägige Produktpräsentation von BMW Motorrad am Flughafen München (Fahrer-Trainings-Zentrum, FTZ) statt. Die Veranstaltung wurde von Motor-Journalisten als „Nachhilfestunde in BMW-Denken“ bezeichnet.[48] Teilnehmer waren Pressevertreter, Behördenrepräsentanten, Anbieter von Fahrsicherheitstrainings sowie Fahrschulverbände. Eine grafische Information (Balkendiagramm) sollte die Leistung der Restbremskraft bei 50 km/h, statt wie bei Bremsentests üblichen 100 km/h, erläutern.[20] Dabei wurden die Leistungswerte der Restbremse bei einer Handkraft von 200 Nm den Leistungswerten unbekannter Motorrad-Bremsanlagen, und ohne Nennung der Handkraft, aus einer wissenschaftlichen Studie (Kuratorium für Verkehrssicherheit, Wien)[49] gegenübergestellt. Bei den der Studie entnommenen Werten handelte es sich um Durchschnittswerte von Normalfahrern[37], die in Experimenten ermittelt wurden.

Drei routinierte Profi-Fahrer (zwei vom TÜV-Süd, ein BMW Projekt-Ingenieur des Entwickler-Teams der Bremse)[20] zeigten, dass Sie mit in der Restbremskraft verbesserten Modellen aus dem Baujahr 2005, unter Laborbedingungen, bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 80 km/h, und mit mehr als verdoppelter Handkraft, Verzögerungen von 9,87 m/s² erreichen konnten.[21] Die Teilnehmer waren durch die grafische Information (Balkendiagramm) informiert, dass von Normalfahrern[37] mit Motorrad-Bremsen unter Laborbedingungen bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h, und mit normaler Handkraft, Verzögerungen von durchschnittlich 6,6 m/s² erreicht werden.[20][49] Spekulationen darüber, welche Verzögerungen Normalfahrern[37] mit ABS-Gewöhnung bei Überraschungseffekt und doppelter Handkraft mit Restbremse möglich wären, wurden in der späteren Berichterstattung angedeutet.[21][20][16]


Motobike (Motorvision) [Bearbeiten]In der Sendung Motobike, Folge 132, gab es im August 2005 einen Beitrag ABS-Problem bei BMW.[50] Der Entwicklungschef von BMW Motorrad erläuterte darin die Ursache der Unfälle auf Sicherheitstrainings damit, dass sich die Restbremse aktiviert habe. Der Pressesprecher von BMW-Motorrad hingegen stellte an anderer Stelle dar, bei den Unfällen auf den Sicherheitstrainings sei nur die Funktionalität ABS ausgefallen, die Restbremse habe sich nicht aktiviert, und widersprach damit dem Entwicklungschef.[35]Ebenfalls widersprach er dem Entwicklungschef, als er betonte, es gäbe keine Systemausfälle des Integral-ABS im direkten ursächlichen Zusammenhang mit zu geringer Bordspannung.[51][35] Der Entwicklungschef stellte ferner dar, die Restbremse liefere dieselben Verzögerungswerte wie das Integral-ABS mit deaktivierter ABS-Funktion, obwohl bei der Restbremse auch noch die Bremskraftverstärkung deaktiviert wäre. Die Demonstrationen der Restbremse wurden wie bei der vorangegangenen Info-Veranstaltung durchgeführt.


Rückruf [Bearbeiten]Im Sommer 2005 wurde eine als Rückruf bezeichnete Maßnahme eingeleitet, und im Frühjahr 2006 die Teilnahme an einer technischen Aktion empfohlen.


Erhebliche Mängel für die Verkehrssicherheit [Bearbeiten]Im März 2005 erschien das MO-Sonderheft BMW-MOTORRÄDER Nr. 13. Eine gezielte Aufklärung der Kunden durch eine Aktualisierung der Bedienungsanleitung wurde darin in einem Interview vom Pressesprecher BMW Motorrad abgelehnt:[10]

„Die Bedienungsanleitung enthält nach unserer Meinung alle notwendigen Hinweise, mehr halten wir auch aus heutiger Sicht wirklich nicht für notwendig.“

– Dipl.-Ing. Jürgen Stoffregen, Leiter BMW Motorrad Produktkommunikation

Am 19. Juli 2005 schloss BMW Motorrad Chef Dr. Herbert Diess eine Gefährdung des Straßenverkehrs durch das Integral-ABS aus.[2] Am 10. August 2005 wurden Fahrschüler von BMW Motorrad sensibilisiert, „die Kontrollleuchten immer mit im Blickfeld zu behalten“.[51] Für eine Anfang September 2005 eingeleitete Rückrufaktion zur Beseitigung erheblicher Mängel für die Verkehrssicherheit (§ 35 Abs. 2 Nr. 1 Straßenverkehrsgesetz) übermittelte das KBA, auf Antrag von BMW Motorrad,[52] die Halterdaten aus dem Fahrzeugregister.

Vereinfacht wurden – als Rückrufmaßnahme – vier Seiten Zusatz zur Bedienungsanleitung mit ergänzenden Hinweisen an die Halter versendet.[36]. Der Rückruf betraf weltweit 260.000 Betriebsanleitungen. Mit der Maßnahme, im Rückrufschreiben zu einem (bis zum 30. April 2006 befristeten) Systemcheck einzuladen, sollte der Verunsicherung wegen Störungen am BKV entgegengewirkt werden.[53][35] Das versendete Rückrufschreiben enthielt nicht den erforderlichen Inhalt gemäß Anlage 7 des Kodex zur Ausführung des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) bei Straßenfahrzeugen. Im Anschreiben wurde nicht auf die Folge des erheblichen Mangels hingewiesen, und dieses Element musste im Halteranschreiben genannt sein.[52][36] Ferner ist nicht aufgeführt, dass ein erheblicher Mangel für die Verkehrssicherheit vorliegt. Stattdessen ist abgedruckt, dass der erhebliche Mangel nicht im Straßenverkehr auftreten kann. Die Übermittlung von Halterdaten nach § 35 Abs. 2 Nr. 1 ist nur zulässig bei Mängeln für die Verkehrssicherheit.


Aufrüstung auf neuesten Serienstand [Bearbeiten]Darstellungen von BMW Motorrad zufolge wurde nach dem Rückruf der Bedienungsanleitungen mit der Entwicklung einer technischen Lösung begonnen, die aufgrund zeitintensiver Entwicklung und Erprobung erst im Frühjahr 2006 präsentiert werden konnte.[40][35] Der Hersteller vertrat bis zu diesem Zeitpunkt öffentlich die Auffassung, technische Änderungen wären nicht notwendig:[54]

„Wir sind nach wie vor überzeugt von unserem System und sehen keinen Anlass, daran was zu ändern.“

– Dipl.-Ing. Horst Reichl, Leiter BMW Motorrad Fahrwerksentwicklung

Weltweit 90.000 BMW-Motorräder mit Integral-ABS des Typs K 1200 S, K 1200 R, R 1200 GS, R 1200 RT und R 1200 ST, waren ab März 2006 Gegenstand einer den Kunden angebotenen technischen Aktion, in deren Rahmen die Verschraubung der Bremsleitung an der Handarmatur getauscht wurde.[35] Seit Ende 2005 wurde diese Änderungsmaßnahme in die Serie eingeführt. Dabei ging es um die konstruktive Beseitigung der Möglichkeit von Ausfällen der ABS-Funktion, die nach Angaben von BMW ausschließlich auf Fahrtrainings, aber nicht im Straßenverkehr, auftreten können.[36] Mit dieser, in den Medien ebenfalls als Rückruf bezeichneten, technischen Aktion, bei der nicht auf die Adressdaten des KBA-Fahrzeugregisters zurückgegriffen wurde, sondern auf die Adressdaten des Händlernetzes, sollten nach Angaben von BMW die ausgelieferten Kundenmotorräder auf den neuesten Serienstand umgerüstet werden.[35] Nach Hochrechnungen der Presse betrug der Gesamtaufwand für BMW für diese technische Aktion „über zehn Millionen Euro“.[46]

Ursprünglich wurde von BMW Motorrad dargestellt, dass der BKV den maximalen Bremsdruck so schnell aufbauen würde, wie es nur „wenige, sehr trainierte Fahrer“[10] mit „der notwendigen Schnelligkeit“[10] schaffen würden, und begründete damit die Funktion des BKV als Bremsassistenten für weniger geübte Fahrer.[10][36] Nach dem Umbau findet nun der Druckaufbau aufgrund einer Drosselung verzögerter statt, besonders dann, wenn der Bremshebel sehr schnell gezogen wird. Nach Prüfungen einer Fachzeitschrift ergaben sich durch die technische Maßnahme im Mittel Bremswegverlängerungen von fast einem halben Meter bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h an einer BMW R 1200 GS.[35] Bereits in dem Zusatz zur Betriebsanleitung war zu lesen, dass für den kürzesten Bremsweg speziell bei BMW Motorrädern mit Integral-ABS die Vorderradbremse zügig und immer stärker werdend betätigt werden muss.[36] Andernfalls öffnet die Bremse, mit dem Effekt nicht reproduzierbarer, variierender Bremswegverlängerungen:[55]

„... die BMW aber manövriert sich unmittelbar in den Regelbereich und nimmt den Bremsdruck direkt wieder zurück, das Motorrad schießt mit gelöster Bremse nach vorne.“

– Guido Kupper, Redakteur Motorrad Magazin MO

Technisch wird das durch die spezifische Trägheit der im System zum Einsatz kommenden Technologie beim Wiederaufbau des Systemdrucks erklärt.[36] Im Druckmodulator laufen langsame mechanische Prozesse ab.[17] Das neue Integral-ABS von Continental-Teves hat diese Form der Bremsassistenz gar nicht mehr.

Andere Mängel, wegen denen es im öffentlichen Straßenverkehr zu Unfällen kam,[2][34] und die ebenfalls in der Ergänzung zur Bedienungsanleitung enthalten waren,[36] wurden nicht konstruktiv beseitigt. Beispielsweise erfolgte kein Rückruf aufgrund der von „Normalfahrern“[37][54] und Profis[18] gleichermaßen wahrgenommenen „Instabilität des Gesamtsystems Fahrer-Fahrzeug“[37], die von der Aktivierung der Restbremse ausgeht,[35] oder aufgrund des von Motor-Journalisten als „kritisch“[15] bezeichneten Phänomens sporadisch außergewöhnlich langen Öffnens der Bremse zwischen 60 und 70 Km/h.[15] Ein Vibrationsalarm [16] oder eine akustische Warnung[11] wurden nicht realisiert.


Bewertung [Bearbeiten]Von BMW Motorrad und dem Kraftfahrtbundesamt wird angeführt, dass das Integral-ABS den gesetzlichen Bestimmungen genügt. Weiter wird angeführt, dass die gesetzlich geforderte Mindestbremsleistung von 2,5 m/s² um den Faktor 2 übertroffen wird. Der Ausfall von Funktionen würde vom System in regelmäßigen Intervallen überwacht, und durch Warnlampen angezeigt werden. Es wird ferner darauf verwiesen, dass es absolut sichere Systeme nicht geben könne,[10] und dass die Anzahl der betroffenen Fahrer immer in Relation zu sehen sei.[21] „Mit Rücksicht auf BMW“ wurden vom KBA keine Angaben zu Zahlen über Ausfälle veröffentlicht.[34]

Motor-Journalisten und betroffene Kunden vertreten die Ansicht, dass sich die Entwicklung von Fahrerassistenz- und aktiven Sicherheitssystemen an Motorrad-Bremsen nicht nur an der Erfüllung von gesetzlichen Mindestvorgaben orientieren sollte.[21] Sie sollte sich vielmehr an der Praxis und den Bedürfnissen der Motorradfahrer orientieren.[56] Das Lesen einer mehrseitigen Bedienungsanleitung sei nicht praxisgerecht.[12][7] Eine Rückfallebene, die nicht die Sicherheit von Autos aufweise (kein "Druckspeicher"), wäre bereits bei der Zulassung nicht Stand der Technik gewesen. Schlagartige Bremswegverlängerungen bei 100 km/h um 38 Meter (5 m/s²) bei Aktivierung der Restbremse sind dieser Meinung nach lebensgefährlich, zumal diese nur unter idealen Bedingungen so gering ausfallen. Von dieser Meinung wird ferner auf die spezifische Defekt-Anfälligkeit des Integral-ABS aufgrund der also unnötig bezeichneten Komplexität hingewiesen.[6] Die Fehlerroutinen des Systems verschärfen nach dieser Ansicht das Problem erheblich. Die spezifischen Bremseigenschaften des Systems bei welliger Fahrbahn oder bei Bergabfahrten mit hartem Herunterschalten werden wegen der Irritation des Fahrers und der nicht kalkulierbaren Bremswegverlängerung durch vollständiges Öffnen der Bremse als kritisch bezeichnet. Als größtes Sicherheitsrisiko wird das sich dramatisch ändernde Ansprechverhalten der Restbremse gesehen.[18]


Das zweite Integral-ABS (Continental Teves) [Bearbeiten]Im Januar 2005 klärte die Zeitschrift TOURENFAHRER die Öffentlichkeit technisch im Detail über das neue Integral-ABS auf.[5] Zwei Monate später informierte der Hersteller BMW Motorrad selbst darüber, dass das neue System nicht mehr über einen Bremskraftverstärker (BKV), und damit auch nicht mehr über die Funktion eines Bremsassistenten verfügen würde.[10] Die Entwicklung des neuen, weniger komplexen Systems habe Anfang 2003 begonnen, gemeinsam mit dem Zulieferer Continental Teves.[57] Mit dieser Entwicklung sollten herstellerseitig eingeräumte Schwächen beim Vorgängersystem behoben werden.[58][10] Dieses neue System kommt seit August 2006 in allen K- und R-Modellen (Ausnahme: R 1200 S und K 1200 LT) zum Einsatz. Der Bremsdruck für die Vorderradbremse wird rein hydraulisch und allein über die Betätigungskräfte am Handhebel aufgebracht, der Bremsdruck für die Hinterradbremse wird über eine elektrische Hydraulikpumpe geregelt. Ab 2007 soll eine Antriebsschlupfregelung (BMW Motorrad nennt sie Automatic Stability Control / ASC) als Option verfügbar sein, ein Fahrdynamik-Regelungssystem, das ein Durchdrehen des Hinterrades verhindern soll.[59]


Technik [Bearbeiten]Das System wird durch Ventile gesteuert. Es wiegt nach Angaben des Herstellers 2,3 Kg.


Hinterrad-Abhebeschutz [Bearbeiten]Die Assistenzfunktion Hinterrad-Abhebeschutz weist weiterhin die Besonderheit sporadischen, überraschenden Öffnens der Vorderradbremse auf.[60]


Störungen [Bearbeiten]Beim Betätigen des Handbremshebels wirkt die elektrische Hydraulikpumpe auf die Hinterradbremse. Die Vorderradbremse wird hingegen per Handkraft betätigt, die Hinterradbremse beim Betätigen des Fussbremshebels per Fusskraft. Bei eventuellen Systemstörungen fallen bei diesem System, jedenfalls nach Herstellerangaben, die Teilintegralfunktion und/oder die Antiblockierfunktion aus. Dann soll eine Motorrad-Bremsanlage ohne Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme zur Verfügung stehen, die sich, jedenfalls nach Aussagen des Herstellers in Medieninformationen, weder in Wirkung, noch Dosierbarkeit unterscheiden soll.[61] Damit könnten die wesentlichen Kritikpunkte, die beim Vorgängersystem vom Hersteller im März 2005 eingeräumt wurden,[10] beseitigt sein.





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01.12.2006 18:10
RE: Bosch-ABS ABS8M - Ausfälle antworten

Diskussion:Integral-ABS
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Der Artikel ist bislang schon hervorragend, da er nicht das übliche Niveau von Pressetexten der Hersteller aufweist, sondern vor allem gut recherchiert ist. Dennoch sollten einzelne Themen weiter dargestellt werden (Plunger / Ventil), wenn auch nur kurz und verständlich. Es sollte auch noch kurz auf die Auswirkungen der Abheberegelung eingegangen werden mit Quellenangabe. Vielleicht trage ich das noch nach.

I_N_T_E_R_C_E_P_T_O_R_27 02:07, 25. Sep 2006 (CEST)

Ich habe mal unter anderem einen WL für Plunger gesetzt, statt das System hier zu erklären - müßte für technisch Versierte so erstmal ausreichen. Eine für Laien verständliche Erklärung der Plunger- und Ventilsysteme in Bezug auf das hier besprochene Bremssytem sollte allerdings noch hier nachgetragen werden.--NSX-Racer | Disk | B 15:42, 25. Sep 2006 (CEST)

Quellenangaben in Einzelbelegen / Literatur [Bearbeiten]Folgende Quellen sind nicht für eine Enzyklopädie geeignet:

* Markus Braunsperger u.a.: Das neue Integral ABS von BMW Motorrad. In: ATZ Automobiltechnische Zeitschrift 103 (2001) 3.

Markus Braunsperger u.a.: Das Integral ABS von BMW Motorrad - Ein innovatives Motorrad-Antiblockiersystem. (PDF 540 KB).
Jürgen Stoffregen: BMW Motorrad Integral-ABS - Antworten auf Ihre Fragen. In: Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Fragen im Nachgang zur Infoveranstaltung. 10.08.05. (PDF, 84,4 KB)
BMW Motorrad-Neuheiten zur INTERMOT 2006. In: BMW Medieninformation. 10/2006. 1-46.
Begründung: Es handelt sich um Darstellungen von einem Unternehmen, dessen Interesse Außendarstellung und Marketing ist. Hier muss mit äußerster Vorsicht bei der Quellenkunde vorgegangen werden, und das wäre nun in jedem einzelnen Fall zu prüfen.

Folgende Quellen sind ebenfalls nicht für eine Enzyklopädie geeignet:

* ABS Problem bei BMW. In: Motobike Folge 132. Sa 13.08.2005 09:45 Uhr. Mi 17.08.2005 21:45 Uhr.

Begründung: Bei dieser Sendung konnte der Eindruck entstehen, als ob die Produktion von BMW bezahlt bzw. abgewickelt wurde. Bremstests werden von sämtlichen Fachzeitschriften bei 100 km/h gemacht. Bislang ist auch nicht geklärt, wer die Fahrer waren (geht aus der Quelle nicht hervor). Für eine halbwegs aussagefähige Aussage über die Bremswege mit Restbremskraft usw. hätte es sich um "Normalfahrer" handeln müssen, die davor noch nie bei 100 Km/h die Restbremskraft getestet haben. Alles andere ist keine realistische und objektive Darstellung, sondern tendenziös und irreführend. Da hat hier nichts zu suchen und ist ggf. distanzierter darzustellen.

Alle Quellen der Zeitschrift MOTORRAD müssen strengstens geprüft werden.

Begründung: Die Zeitschrift MOTORRAD hat im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Thema Integral-ABS bereits zweimal eine Maßnahme vom Deutschen Presserat erteilt bekommen. Liest man aufmerksam die Zeitschrift MOTORRAD, sind tendenziöse Darstellung zu ABS Sytemen aller Hersteller zu finden, die Kritik an den Sytemen und an der Technologie überhaupt hält sich in Grenzen. MOTORRAD hat nachweislich erst im Sommer 2005 über das Thema berichtet, und auch da nur tendenziös. Während TOURENFAHRER bereits im Januar 2005 publizierte, und das MOTORRAD MAGAZIN MO im März 2005. Über den Rückruf der Bedienungsanleitungen gibt es keinerlei Berichterstattung bei MOTORRAD.

Es gibt nur einen einzigen kritischen und fundierten Artikel von MOTORRAD, und der ist in Ausgabe 10/2004 enthalten, der Journalist heißt Waldemar Schwarz und hat einen erheblichen Mangel der Hinterrad-Abhebeerkennung auf der FTE automotive Sägezahnstelle sauber reproduzieren können.

Auf seinen Befund wurde in der Folge nie wieder von MOTORRAD bezug genommen. Von Waldemar Schwarz gibt es seitdem keine Veröffentlichungen zu Tests usw. von ABS Systemen mehr.

Fazit: Quellen von BMW-Mitarbeitern oder BMW, und Quellen von MOTORRAD sind eingehend zu kritisch zu prüfen. Die erweisliche Tatsache, dass MOTORRAD mit einem halben Jahr Verspätung, und dann tendenziös, über das Thema berichtete, andere Fachzeitschriften aber viel früher und ausgewogen, sollte zur Vorsicht mahnen.

80.226.76.30 16:46, 29. Nov. 2006 (CET)




Ich habe Quellen und Einzelbelege von BMW und BMW-Mitarbeitern wie auch MOTORRAD gelöscht, wenn sie redundant und auch nicht nötig waren. Folgende Absicherungen von Aussagen im Text über MOTORRAD-Artikel sind von mir geprüft und nach kritischer Prüfung für i.O. befunden worden:
Waldemar Schwarz, Jörn Thomas: ABSolute Beginner. In: MOTORRAD. 26/02.
Norbert Kappes u.a.: Alpen-Masters 2006. 1. Teil. In: MOTORRAD. 17/06. 20-39.
Norbert Kappes u.a.: MOTORRAD sucht den Alpenkönig, Teil 2. In: MOTORRAD. 18/06. 20-41.
Stefan Kaschel: ABS - Der Stand der Dinge. In: MOTORRAD 19/06.
Thomas Schmieder: Bremslichtschalter der BMW R 1200 GS.Problem gelöst. In: MOTORRADONLINE. 10.09.04.
Gert Thöle: BMW-ABS-Rückruf. Blend-Wirkung. In: MOTORRAD. 28.04.2006.
Matthias Schröter: Top-Test Yamaha XJR 1300. Das Original. In: MOTORRAD. 01/04.
"Hatten Sie schon mal Probleme mit Ihrem BMW-Integral ABS?" Umfrage der Zeitschrift MOTORRAD
Es ist zu überlegen, ob die Umfrage herausgenommen werden sollte, denn es ist nicht klar, wie das Ergebnis zustandekam, wieviele Teilnehmer daran beteiligt waren, ob nur Besitzer von BMW Integral-ABS Motorrädern teilgenommen haben usw. Die Quelle muss bei kritischer Betrachtung raus oder die Aussage, die damit abgesichert wird, distanzierter formuliert werden. I_N_T_E_R_C_E_P_T_O_R_27 02:49, 30. Nov. 2006 (CET)


Artikel [Bearbeiten]Der Artikel ist bestimmt lesenswert. Es muss aber aufgepasst werden, dass er nicht den Charakter einer reinen Firmenschrift hat. Es muss besser eingeordnet werden in welchem Verhältnis die BMW-Bremse zu den am Markt vorhandenen Bremssystemen steht, vor allem auch in theoretischer und systematischer Hinsicht. Sonst wird es eine reine Werbung für BMW. Dass heist der Ansatzpunkt für die Vormulierungen muss zunächst allgemeiner sein. Nicht BMW hat sich zum Ziel gesetzt eine ganz neue Bremse zu entwickeln, welchen weg beschritt die Firma?, sondern unter den automatischen Bremssystemen der Kategorie A-F nimmt die elektronische Bremse von BMW eine Sonderstelleung ein. (etwas in der Art) Aus diesem und jenem Grund. Dann die Einezlheiten usw. Es soll ja ein Enzykloädieartikel daraus werden. Was ist "BMW Motorrad". Da muss entweder eine typographische Auszeichnung besser eine kurze Erläuterung hin, dass es eine Firma ist, am besten natürlich eine Verlinkung zu einem entsprechenden Artikel uund nicht nur zu BMW hin. Müssen die umfangreichen Quellenangaben sein? Kann man das nicht auf das Wesentliche reduzieren? Die letzten drei Zeitschriften konnte ich nicht finden, kann da bitte wenigstens der Erscheinungsort mit ran. Falls vorhanden die ISSN. Gruß--Löschfix 17:39, 29. Nov. 2006 (CET)

Also die BMW-Bremse hat zu dem am Markt vorhandenen Bremsen bei Motorrädern den Anspruch, eine Superbremse zu sein, wenn vom ersten Integral-ABS die Rede ist. Und das wurde doch in der Einleitung dargelegt, dass diese Superbremse selbst Unfähigen Motorradfahrern zu guten Bremswegen bei Geradeausfahrten verhelfen soll. Es ist eine Bremse, die den Anspruch hatte, idiotensicher zu sein. Und genau das wurde neutral in der Einleitung dargestellt. Übrigens auch in den Quellen vom Hersteller BMW Motorrad. Dass diese Superbremse am Markt genauso versagt hat, wie die Superbremse SBC bei Mercedes, ist eine ganz andere Sache. Ich finde die umfangreichen Quellenangabeen gut, damit sich jeder Leser selbst ein Bild machen kann. Grundsätzlich stimme ich zu, dass eine Quellenkritik bei BMW Motorrad, Motorvision und MOTORRAD nötig ist. Ich schaue mir das mal an. Ansonsten sind Deine Bemrkungen richtig, man müsste eine bessere Einführung - in Deinem Sinne - finden, ich formuliere im Diskussionteil mal frei: "BMW Motorrad lagen Untersuchungen vor, nach denen ungeübte Fahrer selbst nach ausgiebigem Training mit ABS (!) Bremsen nur in der Lage waren, deren Leistungsfähigkeit zu 80% zu nutzen. Aus diesem Grund sollte eine Superbremse entwicklelt werden, einzigartig auf dem Markt, die auch völlig ungeübte Fahrer in die Lage versetzen sollte, ihre Bremsanlage zu 100% zu nutzen. Dazu wurden - wie im Automobilbau - aufwändige Fahrerassistenz- und aktive Sicherheitssysteme implementiert... " 80.226.175.220 18:56, 29. Nov. 2006 (CET)
Nein, Deine Ausführungen gehören schon in den hinteren Abschnitt der kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Wir sind eine Enzyklopädie und daher sollten wir unser Augenmerk verstärkt auf die Erklärung und Einordnung von Begriffen lenken. Ich habe das mal versucht (in der Einleitung) bin aber kein Fachmann, also bitte korrigieren, wenn es nicht richtig ist. Ich will ersteinmal wissen, was für eine Bremse hat da BMW entwickelt, wo ist sie einzuordnen, von welchem Typ ist sie. Dann erst kann man erörtern, dass sie einen Sonderweg beschritten, dass sie Spitzenleistungen erreichen wollten, das das gescheitert ist. Ein Enz-art. ist ja keine Besprechung in einem Fachblatt, auch keine Firmenschrift oder ähnliches, sondern eben die Erklärung von Dingen, die weitgehend auf der Erörterung von Begriffen fußen sollte. Sie sollte zumindest in der Einleitung den Gegenstand auch völlig Fachfremden erläutern, also jemand der sich ausschließlich für Kunstgeschichte interessiert, sollte hier erfahren können worum es geht. Den Begriffen Integral, ABS etc. pp kann er aber meist nichts abgewinnen. Also, was ist das für ein Bremssystem?, ist das einmalig?, oder haben andere ähnliche Entwicklungen geleistet? Handelt es sich hier um ein vollelektronisch computergesteuertes System usw. Mehr allgemeine Einordnungen an den Anfang, dann die spezielle Erörterung



Surfer


01.12.2006 18:12
RE: Bosch-ABS ABS8M - Ausfälle antworten

Es gibt auch noch weitere interessante Artikel bei Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Neurose

Unter Neurosen wird eine Gruppe von psychischen Störungen verstanden. Speziell in der Psychoanalyse und der Psychiatrie der Freud'schen Schule und deren Nachfolgern wird angenommen, dass eine Neurose durch einen inneren, unbewussten Konflikt zwischen dem Es und dem Über-Ich entsteht. In diesem Konflikt kann es zu einem Zusammenbruch des Ichs kommen. Die Funktionsfähigkeit des Ichs wird durch die Abwehrmechanismen aufrechterhalten. Dies kann ebenso wie der Konflikt selbst zu der neurotischen Symptombildung führen. Das psychoanalytische Modell zur Neurosenentstehung nach Freud wird Konfliktmodell genannt. Eine Persönlichkeitsstörung (Charakterneurose), welche zumeist Ich-synton ist, wird durch eine frühe Störung in der narzisstischen Entwicklung ausgelöst.

Die Primärtheorie von Arthur Schopenhauer erklärt die Neurose in gänzlich anderer Weise als die klassische Freud'sche Schule. In der Primärtheorie versucht ein Kind psychische Konflikte zwischen natürlichen Bedürfnissen (Es) und diesen natürlichen Bedürfnissen entgegen stehenden Lebensbedingungen (im weitesten Sinne als Über-Ich zu verstehen) dadurch zu lösen, dass es die Bedürfnisse aus dem bewussten Erleben verdrängt. Im Alter von etwa 6 Jahren, was je nach Lebensbedingungen variieren kann, gewinnt das Kind die grundsätzliche Erkenntnis, dass es mit seinen natürlichen Bedürfnissen niemals anerkannt wird. Dies führt zu einem sogenannten "Umkippen". Die Tendenz zur Verdrängung von Bedürfnissen nimmt ab diesem Zeitpunkt überhand und wird im primärtherapeutischen Sinne als neurotisch bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Theorie
2 Neuere Klassifikationssysteme
3 Siehe auch
4 Weblinks



Theorie [Bearbeiten]Die Neurose ist eine allgemeine psychische Verhaltensstörung von längerer Dauer. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie erst im Laufe der Entwicklung entstanden ist. Zur Bestätigung solcher Diagnosen müssen organische Störungen als Ursache des Fehlverhaltens ausgeschlossen werden. Seine ihm charakteristischen Verhaltensstörungen vermag der Neurotiker nicht zu kontrollieren, er ist sich seines Leidens jedoch bewusst und an sich fähig, dessen Ursachen zu ergründen. Gemäß Freuds Theorie führt dieses geistige Streben zu ersten therapeutischen Ergebnissen, vor allem in Anwendung der Traumanalyse. Der Psychotiker ist dazu tendenziell außerstande. Die Übergänge zur Neurose sind jedoch fließend. So stellen zum Beispiel auch die Träume der Gesunden ("normalen" Neurotiker) nach Freud im weitesten Sinne "psychotische" Vorgänge dar, infolge des im Schlaf momentan geschwächten Ich-Vermögens die im Traum erlebte Realität von der den Träumer umgebenden Wirklichkeit zu unterscheiden.

Viele Zwangsstörungen (z. B. "Waschzwang") oder die Phobien (z. B. Soziophobie) werden von Befürwortern des Begriffs zu den Neurosen gezählt. Als differentialdiagnostisches Kriterium zur Abgrenzung von der Psychose gilt unter anderem auch, dass die Neurotiker ihre Zwänge als in ihnen selbst liegend zu erkennen vermögen, während die von einer Psychose Betroffenen im akuten Fall an dem Unvermögen leiden, ihre innere Situation ('Stimmen hören' u.ä.) von der umgebenden Realität zu differenzieren.

Ein Auszug aus der "Neurosenlehre" von Alfred Adler 1913:

Jede Neurose kann als ein Versuch verstanden werden, sich aus einem Gefühl der Minderwertigkeit zu befreien, um ein Gefühl der Überlegenheit zu gewinnen. Der Weg der Neurose führt nicht auf die Linie der sozialen Aktivität, zielt nicht auf die Lösung der gegebenen Lebensfragen, mündet vielmehr in den kleinen Kreis der Familie und erzielt die Isolation. Der Wirklichkeit zum großen Teile abgewandt, führt der Nervöse ein Leben in Einbildung und Fantasie und bedient sich einer Anzahl von Kunstgriffen, die es ihm ermöglichen, realen Forderungen auszuweichen und eine ideale Situation anzustreben, die ihn einer Leistung für die Gemeinschaft und der Verantwortlichkeit entzieht. Diese Enthebungen und die Privilegien der Erkrankung, des Leidens, bietet ihm den Ersatz für das ursprüngliche, riskante Ziel der realen Überlegenheit. So stellt sich die Neurose und die Psyche als ein Versuch dar, sich jedem Zwang der Gemeinschaft durch einen Gegenzwang zu entziehen. Letzterer ist derart zugeschnitten, dass er der Eigenart der Umgebung und ihren Forderungen wirkungsvoll entgegentritt. Der Gegenzwang hat einen revoltierenden Charakter, holt sein Material aus geeigneten affektiven Erlebnissen oder aus Beobachtungen, präokkupiert die Gedanken-die Gefühlssphäre mit solcher Regung, aber auch mit Nichtigkeiten, wenn sie nur geeignet sind, den Blick und die Aufmerksamkeit des Patienten von den Lebensfragen abzulenken. Auch die Logik gelangt unter die Diktatur des Gegenzwangs. Dieser Prozess kann bis zur Aufhebung der Logik, wie in der Psychose, gehen. Alles Wollen und alles Streben des Nervösen steht unter dem Diktat seiner Prestigepolitik, greift immer Vorwände auf, um Lebensfragen ungelöst zu lassen, und wendet sich automatisch gegen die Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls.
Es gibt verschiedene Grade dieser Zwänge, so dass nicht alle Patienten einer Behandlung bedürfen. Als subjektiv erleichternd wirkt sich die weite Verbreitung eines bestimmten Typs von Neurose in der jeweils betroffenen Kultur aus, der dadurch zur sozialen Norm wird. Dadurch wird das Gefühl sozialer Ausgrenzung beziehungsweise Minderwertigkeit (s.o.) abgeschwächt. Die Gleichsetzung solcher "Normalität" mit der Bedeutung des Begriffes "Gesundheit" wurde von Freud mit höchster Skepsis betrachtet.


http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangshandlung


Zwangshandlung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die Zwangshandlung ist eine Handlung, die sich im Rahmen einer Zwangsstörung dem Betroffenen unwillkürlich und gegen dessen Willen ständig aufdrängt. Beim Waschzwang beispielsweise verspürt der Betroffene den übermächtigen Drang, sich ständig die Hände oder den ganzen Körper zu waschen, sogar, wenn die Haut durch das Schrubben verletzt wird.

Der Zwangshandlung liegen oftmals Zwangsgedanken zu Grunde, die durch die Handlung abgewehrt werden (z. B. ständiges Waschen aus Furcht vor Bakterien und Schmutz). Der davon Betroffene hat eine Einsicht in seinen Krankheitszustand. Da er von seinen Zwangshandlungen allerdings nicht ablassen kann, erlebt er diesen Zustand als qualvoll.

Milde Zwänge, wie z. B. der Sammelzwang, lassen sich in das normale Leben eingliedern. Im Extremfall ist es für den Betroffenen nicht mehr möglich, zu arbeiten oder aus dem Haus zu gehen. Dies kann bei einem stark ausgeprägten Kontrollzwang, bei dem der Betroffene z. B. ständig die bereits verschlossene Tür kontrolliert, oder bei einem Putzzwang unablässig die Fliesen putzt, der Fall sein. Bei der Kleptomanie, dem Stehlzwang, kann der Betroffene mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Auch die Kaufsucht wird zu den Zwängen gerechnet, sie kann zu Überschuldung und zu Diebstählen von Geld führen.

Der Leidensdruck führt den Betroffenen häufig dazu, sich einem Psychotherapeuten anzuvertrauen.

Zu Zwangshandlungen gehören auch Handlungen im Zusammenhang mit Drogen


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