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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Deutschlandfahrt
Michael Lenzen Offline




Beiträge: 330

04.09.2007 08:59
Deutschlandfahrt 2007 in der Zeitung antworten

Hallo Deutschlandfahrer,

ein erster Artikel über die 30. Deutschlandfahrt des BVDM ist in der Neue Gelnhäuser Zeitung erschienen. Ein weiterer folgt. In der nächsten Ausgabe unserer Ballhupe wird ein Kurzbericht stehen, ein ausführlicher folgt dann in der spätren Ausgabe.
Hier der Link zur Zeitung: http://www.gnz.de/

Wer schöne Bilder hat oder einen Artikel schreiben will, schickt diese bitte an ballhupe@bvdm.de


Viele Grüße

Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM;
BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß

Thomas Strunk Offline



Beiträge: 3

05.09.2007 11:55
#2 RE: Deutschlandfahrt 2007 in der Zeitung antworten


Ist denn schon Weihnachten? - Die 30. Deutschlandfahrt nach Bad Orb

Da war es wieder - dieses Gefühl, wie in meiner Kindheit, wenn es auf Weihnachten zuging - diese freudige Anspannung in Erwartung der diesjährigen Deutschlandfahrt. Nur mit dem Unterschied - das erste Geschenk gibt es schon vor den eigentlichen Festtagen. Und darauf warte ich - ca. 10 Tage vor Beginn der Fahrt kommt es dann per Post, das Wertungsheft.

Das Auspacken geht genauso schnell. Kontrollen durchschauen. Einerseits müssen die vorgeschriebenen Mindestfahrzeiten eingehalten, andererseits jedoch auch so ausgenutzt werden, dass nicht darüber hinaus noch mehr Zeit bei der Anfahrt der Kontrollen verstreicht. Deshalb suche ich zunächst die 18 Nebenkontrollen (NK) mit den höchsten Punktzahlen heraus.
Und schon wird es spannend. Mit diesen 18 NK kann man die Tour nicht fahren. Nun geht es darum, unter Berücksichtigung der örtlichen Lage „dicke“ NK derart zu streichen und andere dafür hinzuzunehmen, dass eine sinnvolle und vor allem machbare Tour dabei herauskommt.
Letzteres tut sich als nächste Hürde auf. Bei der nun stehenden Planung sind sechs unbekannte NK dabei, die teilweise ein hohes Risiko bergen, in der falschen Richtung zur nächsten Hauptkontrolle (HK) oder zu weit weg zu liegen. Kann klappen, muss aber nicht. An der richtigen HK beginnen, damit eventuell die zulässigen Karenzzeiten in Anspruch genommen werden können, ohne aus der Wertung zu fliegen, und Plan B muss her.
Ist schon wieder wie in der Vorweihnachtszeit. „Nur wenn Du Deine Hausaufgaben machst, bringt das Christkind auch Geschenke.“ An einem Abend nebenbei ist die Planung nicht mal eben schnell gemacht. Das wäre auch denen gegenüber nicht fair, die sich viel Arbeit und Gedanken um die Ausarbeitung und Organisation der Fahrt gemacht haben und die mit der Besetzung der Kontrollen zum Gelingen der Veranstaltung beitragen.
Nicht dass Missverständnisse entstehen, ich schreibe hier über eine ambitionierte Tour - der Jagd nach edlem Geschmeide. Die Deutschlandfahrt ist ein tourensportlicher Wettbewerb. Genauso gut ist eine kurze oder keine Planung, die schwerpunktmäßig mehr Wert auf die touristische Aspekte legt. Jeder Teilnehmer muss und kann die Fahrt so gestalten, wie sie ihm den meisten Spaß macht.

Am gefühlten 4. Advent geht es dann los.
Pünktlich am Freitagmorgen um 8 Uhr an der HK am Niddastausee verrät mir der erste Zettel mit den Fragen auch, wo sich die erste unbekannte NK befindet, die ich nach meiner Planung anfahren möchte. Nicht so schlimm, eine Burg im stressfreien Bereich. Zunächst geht es zum wunderschönen Schloss Laubach. Nur Schade, dass keine Zeit zum verweilen bleibt. Der Hoherodskopf in über 700 m Höhe hüllt sich in Nebel. Die Beantwortung der Fragen gestaltet sich nicht ganz leicht. Nach dem Durchmesser der Plattform des Fernsehturms wird hier gefragt. Welcher Turm, wo ist der Turm? Bei schönem Wetter eine leicht zu beantwortende Frage. Die Lebzeiten des Lehrers Döll sollen notiert werden. Nach 20 Minuten Herumirrens findet sich die Angabe schließlich auf einer Art Hinkelstein quasi vor meinen Füßen. Wahrscheinlich hat ihn vor wenigen Minuten erst jemand aufgestellt.
Weiter geht es über die nächste HK zum Point Alpha bei Geisa, ein ehemaliger Grenzpunkt zwischen BRD und DDR, an dem u. a. die historischen Ereignisse der Wiedervereinigung sehr interessant aufbereitet und dargestellt sind. Die zuvor unbekannte NK „Schwarzes Moor“ stellt sich als sehr günstig gelegen heraus. So kann ich Plan A weiterverfolgen.
An der Wasserkuppe entlang führt die Tour quer über den Spessart mit herrlichen Ausblicken bis zur Mainschleife bei Gemünden. Unterwegs ist noch eine Frage zur Verklinkerung einer ehemaligen Reichsautobahnbrücke, über die nie eine Autobahn führte, zu beantworten. In der Regel finden sich Antworten auf fest installierten Schildern oder in Steine gemeißelt. Das ist hier nicht der Fall, was einige Teilnehmer dazu bringt, sich einmal um die Brücke herum durch Büsche und Unterholz zu schlagen, ohne das ersehnte Schild aufzufinden.
Nach Abarbeitung weiterer Kontrollen durch intensives Befahren der die Mainschleife begleitenden Bundesstraße komme ich schließlich pünktlich in Zellingen bei meiner für Freitag letzten HK an. Der Fragenzettel verlangt weitere Informationen zu zwei Burgen. Ich weiß nicht, ob man einen Hund mit einer Fledermaus kreuzen kann, jedenfalls wird das Winterquartier der Mopsfledermaus gesucht. Das ist mir dann auch gleich, da sich wieder so etwas wie Weihnachtsstimmung breit macht. Der Empfang zur Nachtkontrolle an der Roßmühle bei Gräfendorf von Inge, Arno und Martin mit Zimmer, warmer Dusche und Abendessen vom Grill ist jedenfalls festverdächtig.
Samstagmorgen werde ich von Regen geweckt, der auf das Dach prasselt. Unverdrossen besteige ich um 8 Uhr mein Moped. Der Regen hat sich wieder verzogen. Bis zur Bayrischen Schanz hoch auf dem Spessart habe ich ihn jedoch eingeholt und lasse mich mit samt dem Wertungsheft ordentlich nassregnen. Aus welcher Zeit stammt das Nibelungenlied? Ich könnte mich zu dem hölzernen Krokodil, das hier so herumliegt, dazulegen. Das ist genau so blind wie ich heute morgen. 20 Minuten wandele ich unter Einbeziehung aller umliegenden Wälder und Parkplätze weiterhin im Regen auf Kriemhilds Spuren. Die netten Mitfahrer, die 10 Minuten nach mir angekommen sind, fahren mit vollem Antwortbuch schon wieder ab. Ich schwitze. Wer sucht, der findet - auf einem von zig liegenden Baumstämmen, die einen Querschnitt durch die Geschichte der Jahrhunderte darstellen. Das Kunstwerk nennt sich „Baumwelten“. Nachdem ich fertig gestaunt habe, wie eine Lokomotive aus Kiel an den Ortseingang von Birstein kommt, steht der Besuch des Marktplatzes in Büdingen an. Neben versteckt am Marktbrunnen angebrachten Jahreszahlen soll es hier einen „Garten Kölsch“ geben. Schnell muss ich einsehen, dass das nichts mit einem Biergarten zu tun hat. Die völlig abwegige Erklärung lautet „Historischer Kleinod der Gartenkunst in neuer Gestaltung“. Wieder steht mir der Mund offen. Was es alles so gibt.
Am Bärensee erfahre ich nichts über Bären, sondern dass die Unbekannte weit ab von meinen Adventsgedanken im Taunus liegt. Nützt nichts - ich habe ja so geplant, dass eventuell die Karenzzeit bis 14.30 Uhr für die Zielankunft beansprucht wird. Der Archäologische Park auf dem Glauberg ist wegen des herrlichen Rundumblicks und des Einblicks in die keltische Geschichte der Region eigentlich viel zu Schade, als nur nach Antworten heischend schnell darüber zu hecheln. Keine Zeit - das Römerkastell Saalburg im Taunus wartet. Auch sehr interessant, aber nichts gegen die kleine Stadtrundfahrt durch die östlichen Außenbezirke Frankfurts, wo ich nicht nur Onkel Willi und Tante Else auf der Heimreise von ihrer samstäglichen Stadtfahrt antreffe. Die gemächliche Route über die Autobahn und Landstraße führt zum Abschluss mit schleifender Zunge bis an den Tisch der Zielkontrolle in Bad Orb heran, auf den ich kurz vor dem 14-Uhr-Gong mein Heft aufschlage.

Da war es wieder - dieses Gefühl, wie Heiligabend.
Die Bescherung fand im Alten Bahnhof von Bad Orb im Rahmen der sehr festlichen und gelungenen Abendveranstaltung statt.

04.09.2007, Thomas Strunk

Michael Lenzen Offline




Beiträge: 330

06.09.2007 07:34
#3 RE: Deutschlandfahrt 2007 in der Zeitung antworten

Hallo Thomas,

vielen Dank für Deinen prima Bericht, den wir auch in der Ballhupe veröffentlichen werden. Ich hoffe, dass sich jetzt weitere der zahlreichen Teilnehmer der rundum gelungenen 30. Deutschlandfahrt jetzt animiert fühlen, und auch Berichte posten und mir vor allem für die Ballhupe Bilder schicken.
Damit es 2008 die 31. Auflage der BVDM-Deutschlandfahrt geben kann, wird noch ein Ausarbeitungsteam (oder auch eine Einzelperson) gesucht. Die adminstrative Abwicklung ist bereits sicher gestellt.

Viele Grüße

Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM;
BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß

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