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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 ET 2008
Michael Lenzen Offline




Beiträge: 330

28.02.2008 07:33
ET in der Presse Antworten

Hallo zusammen, das schrieb mit Silvo aus Slowenien.


Hier schicke ich link für meine Artikel in slowenische Zeitung 7D. Das ist heute passiert.


http://www.vecer.com/7d/
Unter diese adresse kannst auf diese Seite finden:
Slonje srecanje

Cao-cao Silvo


Hier folgt die deutsche Übersetzung des Artikels von Silvos Tochter. Herzlichen Dank!

ELEFANTENTREFFEN 2008

Letztens habe ich meine zehnte Beteiligung am Elefantentreffen hinter mich gebracht. Ein echtes kleines Jubileum. Errinerungen gibt es sehr viele oder sogar mehr. Vor ein Paar Tagen bin ich vom 52. Elefantentreffen im Bayerischem Wald in Deutschland wiedergekommen. Obwohl der diesjährige Winter nicht mal annähernd an die vor ihm kommt, vor allem nicht nach den Temperaturen, war er dieses Jahr sehr anspruchsvoll. Am Sonntag, als die Reiße nach Hause geplant war, wurden wir schon beim Aufbruch von einem Wintersturm überrascht. Der Wind wehte wie in einem Amerikanischem Katastrophenfilm und es schneite wie wild. Die Straßen gleichten einer Eißbahn. Als ich inerhalb fünfhundert Meter, dreimal umfiell habe ich aufgegeben. Mein Freund Slavo half mir dabei mein Mottorrad zur nächsten Kneipe zu schieben. Ich entschied, dort auf bessere Zeiten zu warten, aber Slavo, dickköpfig wie nur er es sein kann, wollte um jeden Preis nach Hause. In der Kneipe fand ich eine nette Gruppe »Gestrandeter«. Zusammen wollten wir mit Debatten und Bier auf einen schöneren Morgen warten um dann, ohne hin zu fallen, nach Hause zu fahren.

Als ich mich im Januar 1998 zu ersten Mall entschloß zum Elefantentreffen zu fahren, hatte ich keine Ahnung wohin ich gehe oder was mich dort erwartet. Und ich fuhr ganz allein, ohne notwendinge Winterausrüstung. Aber das Glück ist ja auf der Seite der Mutigen, oder wie meine Frau sagt, der Verrückten! Abgesehen davon, das ich alle möglichen Autobahnaußfahrten in Deutschland verpasst habe und mir das Motorrad ein Paar Mal böße Streiche spielen wollte, gab es keine größeren Probleme. Immer als ich Hilfe brauchte wurde mir die von eienem anderem Motorradfahrer, auf dem Weg zum Treffen, angeboten. Die letzten Kilometer verbrachte ich in der Gesellschaft von einer Motorradgruppe aus Italien. Auch mein Zelt baute ich neben ihrem auf. Wir verbrachten viele nette Stunden miteinander und da begriff ich auch den Geist dieses Treffens: Beisammensein, Freundschaft, endlose Debatten über Got und die Welt, viel Gelächter, den Geruch nach Rauch und Benzin und Staunen über die jeweilige Ausrüstung, die Motorräder und verschiedene Accessoires die die Teilnehmer das ganze Jahr über vorbereitet haben für dieses kurze Wochenende im Januar.

In all diesen Jahren sah ich Winter mit viel Schnee, mit Temperaturen bis zu -30°C und anstregende Fahrten hin und zurück. Das Motorrad bereitete mir oftmals Schwierighkeiten, am liebsten als die Fahrt nach Hause anstand. Nach einer kalten Nacht gab es keine Lebenszeichen mehr von sich. Nach vielen Beatmungsversuchen habe ich herausgefunden das man vor einer so anstregenden Winterfahrt unbedingt den Motor schon viel früher durchsehen muss, dafür sorgen das genug Öll in der Maschine ist, das alle Schrauben festgezogen sind...und noch viele andere Kleinigkeiten.

Was ist überhaupt ein Elefantentreffen? Das ist ein Treffen von Motorradfahrern im Winter, das jedes Jahr am letzten Wochenende im Januar stattfindet und zwar seit dem Jahr 1956. Zu seinem Namen kamm das Treffen über den Zündap Beiwagenmaschiner, der auch »Grüner Elefant« genannt wurde, ein sehr beliebtes Beförderungsmittel in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Das Treffen entstand als eine Idee des Journalisten Ernst Leverkus »Klacks«, der wissen wollte, wieviele Menschen im Winter Motorrad fahren. Das Treffen wechselte viele Veranstaltungsorte bis es, vor zwanzig Jahren, zur seiner jetzigen Heimat, dem Dorf Thurmanssbang – Solla im Bayerischem Wald auch Hexenkessel genannt, kamm. Das Treffen hat kein zentrales Geschehen auch keine Konzerte. Der Veranstalter organisiert nur Spiele wie Holzsägen, Seilziehen, Rennen fahren und eine Gedänkmesse für Verstorbene Motorradfahrer. Das Winterkämpen organisiert sich jedes für sich allein. Und die Ideen gehen nie aus. Ungefähr 6000 von uns versammeln sich Jährlich, mal mehr, mal veniger.

Ich lächle, nur wenn mir jemand sagt was für ein Held ich doch wäre, das ich mich auf eine 500 km lange Strecke mit einem 27 Jahre altem Motorrad, wage am kältestem Wochenende im Jahr. Auf dem Treffen stoße ich auf echte Helden, die aus Sibirien auf alten Dnjepern, eine Strecke von mehreren Tausend Kilometern zurücklegen, oder auf Spanier und Italiener, die die Alpen überwinden. Auch auf Günter, der auf seinem Motorrad die ganze Welt umfahren hat, und der jedem gerne seinen Reisepaß zeigt. Trotz seiner 79 Jahre kommt er jedes Jahr mit dem Motorrad zum Treffen, obwohl er beim Gehen schon einen Stock braucht. Auch auf Elvis, der sich sein Bad im Freien gönnt wenn um ihn herum Meter hoher Schnee liegt. Und auf all die, die das ganze Jahr über ihre Motorräder vorbereiten damit wir anderen sie bestaunen können. Dieses Jahr stieß ich auf eine Gruppe Taubstummer Motorradfahrer, die sich auf dem Gelände sogar ein Haus gebaut haben. Sie waren eine nette Runde. Elvis überraschte diesmal mit einer Kino Vorstellung. Alle seine »Kumpels« aus vergangenen Jahren kriegten Freikarten für ein ganz besonderes Retro Porno Kino. Ich lachte mich tot als er auf seinem alten Projektor noch ältere Pornos vorführte und dabei Stöhne als wäre er selbst auf der Leinwand. Im Nachbarzelt wurde ein Spanferkel gebraten und wir wurden alle zum Essen eingeladen. Essen und Trinken kriegst du nämlich im jeden Zelt. Wir haben auch selber gekocht, aber das Essen beim Nachber ist ja bekantlich immer besser als das eigene. Auch unsere Kocherei konnte sich mit Anhängern ausweisen. Diese Jahr gab es wenig Schnee und deshalb mehr Schlamm. Die Motorradrennen im Hexenkessel sind ein Kapitel für sich. Wenn du zu nah stehst, bist du dreckiger als die Fahrer, wenn du aber weiter weg stehst hast du nichts davon. Ich hatte keine Angst vor dem Schlamm...und aus meinem Schafsfell fällt immer noch Dreck. Deswegen sind aber die Bilder erste Klasse.

Dieses Jahr stieß ich auf ein ganz besonderes Kettenmotorrad. Bisher wuste ich garnicht, das so etwas überhaupt existiert. Es wurde von der Fabrik NSU fabriziert im zweitem Weltkrieg und bis zum Jahr 1950. Angeblich gibt es heute nur noch drei oder vier Exemplare dieses einzigartigen Fahrzeuges. Es wird auf ungefähr auf 50.000€ geschätzt und keines davon steht zum Kauf.

Irgendwo hörte ich das wir, die Teilnähmer, als Kinder zu wenig im Sandkasten gespielt haben. Vieleicht waren wir aber auch einfach keine Pfadfinder! Alles in allem ist das erlebte einfach unnachahmlich. Wenn es langweilig wäre wurden wir uns nicht jedes Jahr in einer so großen Zahl wieder versammeln. Heutzutage ist es einfach so, das uns die Zeit vorantreibt und es sehr schwer ist sich einfach nur mal Zeit für seine Freunde zu nehnmen. Nicht so beim Treffen. Zeit haben wir zu genüge. Diskutier wird Studen und Stunden. Zum Beispiel, wenn du auf das Essen wartest, auf Strohballen sitzt und dir Geschichten anhörst für die zu Hause keine Zeit wäre. Du erteilst Ratschläge, und mit hilfe einer 70% Sliwowitz zum Hobbypsichologen für jegliche Lebenssituationen wirst. So entschtehen ganz besondere Freundschaften, Bande, die ewig halten. Mein Freund Thijs aus Holland, den ich vor Jahren auf dem Treffen kennen lernte, kommt im Sommer ganz gerne auf Besuch nach Slowenien. Mit Slavo und Vanč bin ich das ganze Jahr über im Kontakt. Diese Jahr sind wir ohne Karlo auf den Weg gegangen, der zu Hause auf seine Motorradteile gewartet hat. Er hofte zwar das er seinen Suzuki bis hin zum Treffen in Ordnung bringen wird, doch das Glück war nicht auf seiner Seite. Dann eben nächtes Jahr!

Das Wintermotorradtreffen ist für dieses Jahr zu Ende. Im Sommer steige ich auf meinen Bandit um, mein »Oldie« wird aber aufs nächste Elefantentreffen warten müssen.
SILVO FEUS




Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM;
BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß

Markus - Elefantenfan Offline



Beiträge: 5

05.03.2008 09:17
#2 RE: ET in der Presse Antworten

schöner Beitrag - so ist es, und so soll es bleiben!

Gruß
Markus
http://www.elefantenstammtisch.2xt.de

Michael Lenzen Offline




Beiträge: 330

17.03.2008 13:57
#3 RE: ET in der Presse Antworten

Hallo zusammen,

es handelt sich zwar nicht um einen Beitrag in der Presse, sondern um einen Bericht eines Teilnehmers, er ist es aber trotzdem wert, hier veröffentlicht zu werden. Da Herbert Zuhause nicht online ist, stelle ich für ihn seinen Bericht vom 52. ET ein.


Ich fahre seit 93 mehr oder weniger regelmässig aufs Elefantentreffen. In den ersten Jahren wars oft noch eine grauslige Schinderei, seit fünf Jahren aber betreiben wir das ganze mit einem zunehmenden Maß an Wohlfühlmoment, was nicht zuletzt den Errungenschaften der Textilindustrie geschuldet ist.

Heuer ist es uns aber gelungen, unseren ganz persönlichen Elefantentreffenhorizont in eine gänzlich neue Dimension zu katapultieren.

Montag angereist, auf zwei Gummikuh Gespannen, jeder ein Zentralmast-Armeezelt und ein Öfchen dabei. Die beiden Gräle abgesteckt (an zwei verschiedenen Enden des Areals, wir waren die Vorhut zweier alteingesessener Lager), sich mal bei den Nachbarn vorgestellt, einkaufen, kochen, schlafen...

Dienstag sind noch einige weitere eingetrudelt, aber immer noch überschaubar, man konnte sich noch persönlich vorstellen; ausserdem Holz und Stroh besorgen, rumlaufen...

Mittwoch haben wir erstmal Wellness eingelegt, die Therme in Eging ist sehr zu empehlen; danach frischgeduscht wieder in die nach Rauch müffelnde Oberbekleidung - bäh. Es füllte sich stetig, war aber immer noch sehr entspannt, auch der Aspekt daß 'das Treffen' nach und nach um einen herum aufgebaut wird war sehr interssant. Die Jungs oben in der Nähe der Orga Baracke, die seit Montag ihr Lager mit mehreren Vans angekarrt hatten, werden auch schön langsam fertig. Einige Bekannte - Ordner des BVDM aus Parchim und dem Pott oder so - kommen an, die Freude ist groß, es wird viel gelacht. Man hat sich ja immerhin schon zwei Wochen (Augustusburg) nicht mehr gesehen...

Donnerstag fühlte es sich schon mehr nach Elefantentreffen an, der Rest der Truppe reist an, es wurde immer voller, die eigens aufgebauten Elefantentreffen-Geräte wurden ihrer bestimmung gemäss niedergeritten, die Wege schön zerfräst... wers mag; meine Devise ist hinfahren, abstellen, nicht mehr rumgurken als nötig, am abreisetag milde lächelnd gepackt, Mühle angerissen, raus aus dem Kessel und heim. Je weniger schrauben desto gut.

Freitag dann: Elefantentreffen pur, wer schon mal da war weis was gemeint ist, wer nicht, dem kann man es auch nicht erklären. Die Memorabilia will noch besorgt werden, für den neu lackierten Beiwagen brauch ich noch einen Aufklebersatz. Traditionell trudeln auch nach Einbruch der Dämmerung noch schlecht vorbereitete, unbedarfte und Chaos-Baiker aus allen Ländern Europas ein, und da wir mit unseren relativ kurzen Anreisen und zwei waschechten Köchen im Lager immer recht gut versorgt sind heben wir heuer Geordie-Phil aus Newcastle von seiner KTM bevor er in unsere geparkten Mühlen kracht, lehnen ihn zum auftauen an einen Strohballen und flössen ihm erstmal Eintopf ein. Zwei Stunden später, sein Zelt steht, die Kiefermuskeln sind aufgetaut, sitzt er mit glasigen Augen am Feuer, schaut etwa eine halbe Stunde in der brodelnden Hexenkessel, und murmelt dann: Aje, this is fucking mayhem, nobody back home will believe this. Du sagst es, Junge...

Samstag: der erste Kollege reist ab, er kommt gut aus dem Kessel raus, und (zwei Stunden später Vollzugsmeldung per SMS) nach Hause. Auch Geordi-Phil kommt strahlend aus dem Kessel zurück "Got mee badge, thanks and bye, fellas" packt und reist ab, morgen früh geht seine Fähre in Rotterdam. Man widmet sich dem laissez-elefantaire, sabbelt Schmarrn, lacht, gedenkt 'absent friends' und hat eine Mordsgaudi. Nachmittags hatte ich dann allerdings einen Flash: die Inventur in der folgenden Woche, 150 km heim, 150 km weiter zur Arbeitsstätte, Klamotten und Moped klarmachen, alles auf die schnelle am Sonntagnachmittag? Und dann kam als Krönung noch so ein personal-15-Minutes-of-Fame-Freak in einem piccobello sauberen Elefantenkostüm an; ich hab ihn angeschaut, wandte mich an meinem Kumpel und Armeezelt -Mitbesitzer, um innerhalb von fünf Minuten zu vereinbaren was denn an Gepäck heute schon mitkann, und wie er das Zelt und alles auf seiner Emme unterbringt, um nach weiteren 30 Minuten abzureisen; zwei Stunden später daheim, drei Stunden später steckt ein bis auf die Unterhaut abgeschrubbter Ersatz-Rübezahl die zweite Ladung Wäsche in die Maschine.

Sonntag spritz ich mein Moped und die Ausrüstung sauber, geniesse das Mittagessen mit der Familie und bringe meinen Sprachgebrauch mühsam zurück auf bürgerliches Niveau.

Montag früh, sieben Uhr, irgendein 5 Sterne Hotel in einer süddeutschen Großstadt: ich stehe im Hauptlager, eine Liste in der Hand, der Alltag hat uns wieder... in Gedanken bin ich noch ca. 200 km weit weg.

Unsere Freunde und Lagermitbewohner haben übrigens unter http://www.globerocker.de einige Bilder eingestellt.

Herbert

Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM;
BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß

globerocker Offline



Beiträge: 19

31.03.2008 21:38
#4 RE: ET in der Presse Antworten

HA!!!

das sind ja wir! ;-)

danke herbert!

gruß

yves

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